Sonntag, 18. Juni 2017
Buchrezension: Daniela Arnold "Totenstille"
Inhalt:
Was, wenn du niemandem mehr trauen kannst? Auch nicht dir selbst? Eine unheimliche Mordserie erschüttert Augsburg und versetzt die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Die Opfer des brutalen Killers sind Frauen, welche allesamt über Monate hinweg gefangen gehalten und gefoltert wurden. Als wieder eine junge Frau entführt wird, beginnt für Larissa Bartels von der Kripo Augsburg ein erbitterter Wettlauf gegen die Zeit. Parallel dazu bricht für die junge Notärztin Andrea die Welt zusammen: Was tun, wenn der Ehemann, die eigene Tochter und sogar Freunde behaupten, man sei nicht real? Als schließlich erneut eine Leiche gefunden wird und alle Spuren zu Andrea führen, ist sie gezwungen zu kämpfen. Um ihre Familie, ihr Leben und ihre Identität.
Meine Meinung:
Dieses Buch beginnt schon gleich spannend, diese Spannung hält das gesamte Buch über an, was mir sehr zusagt.
Schon allein der Prolog lässt auf viel schließen und erzeugt ein gewisses "Unwohlsein", zumal es dann nicht gleich mit der Protagonistin aus dem Prolog weitergeht und ich als Leserin so nicht gleich erfahren habe, wie es mit ihr weitergeht - auch das ist ein Punkt, der viel Spannung erzeugt. Da hab ich mich schon gefragt - Was ist mit Hanna passiert?
Und auch die Frau, die sagt sie sei Andrea - diese tat mir unheimlich leid, denn es muss heftig sein, wenn andere sagen, dass man nicht die ist, die man zu sein glaubt. Wie oft habe ich mich da gefragt, wer diese Frau wirklich ist. Das hat mich allerdings auch ein bisschen an ein anderes Buch erinnert, nämlich an "Der Trakt" von Arno Strobel, auch da gibt es eine Person, die ganz klar davon überzeugt ist, wer sie ist und keiner glaubt ihr. Das ich sogleich daran erinnert wurde fand ich ein bisschen schade.
Ca ab Seite 120 hatte ich einen Verdacht, der sich dann teilweise auch bestätigt hat. Dies tat der Geschichte jedoch keinen Abbruch. Auch das Ende war schon einige Zeit vorher für mich erahnbar, das fand ich dann doch ein bisschen schade. Für mich hätte es stellenweise gern undurchschaubarer sein können, zumal dann auch noch mehr Spannung aufgekommen wäre.
Die Protagonistin Larissa wirkte auf mich teilweise ein bisschen überfordert, aber das verleiht ihr Charme und hat was von Ehrlichkeit, denn ich glaube viele Ermittler müssen erst in diese Tätigkeit reinwachsen und machen selbstverständlich nicht gleich alles richtig. Gerade in sie konnte ich mich auch gut einfühlen.
Die gesamte Geschichte ist so geschrieben, dass ich mir alles super vorstellen konnte, auch die Gefühle und die emotionalen Situationen sind so beschrieben, dass ich mich in diese gut reinversetzen konnte - was für diese Geschichte schon recht wichtig ist. Klasse finde ich auch, dass ich die Charaktere in manchen Situationen förmlich schreien hören konnte, was vor allem durch die Wortwahl entsteht - auf jeden Fall passt es gut zu den Charakteren und zu der Spannung. Durch den tollen Schreibstil und die Spannung lässt sich das Buch flüssig lesen, ich hatte es sehr schnell durch.
Die Geschichte an sich ist sehr krass - ich möchte so was auf jeden Fall nie erleben. Sie ist auch sehr offen und so heftig beschrieben. Für empfindliche Gemüter ist dieses Buch auf jeden Fall nichts.
4 von 5 Punkten
Taschenbuch
9,62 Euro
250 Seiten
ISBN 9781541011175

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