Sonntag, 30. Juni 2019

Buchrezension: Anna Johannsen "Das Mädchen am Strand"

Inhalt:

Hauptkommissarin Lena Lorenzen begleitet die groß angelegte Suchaktion nach einem vierzehnjährigen Mädchen auf der nordfriesischen Insel Föhr. Die vermisste Maria Logener stammt aus einer ultrareligiösen Familie und wird von allen als ungewöhnlich reif für ihr Alter beschrieben. Am zweiten Tag der Suche wird sie mit aufgeschnittenen Pulsadern an einem einsamen Strandabschnitt gefunden.
Schnell entsteht bei Lena und ihrem jungen Kollegen Johann Grasmann der Verdacht, dass es sich nicht um Suizid handelt. Marias Eltern verhalten sich äußerst unkooperativ, doch sie sind nicht die einzigen, die scheinbar etwas zu verbergen haben.
Erst nach und nach dringen die Kommissare tiefer in das Leben des jungen Mädchens und ihre Geheimnisse ein. Lena ist überzeugt, dass darin der Schlüssel zur Lösung des Falles liegt.
Neben der beruflichen Herausforderung steht Lena privat vor schwierigen Entscheidungen: Entschließt sie sich für ein gemeinsames Leben mit Erck, ihrem Jugendfreund, und was würde ein Umzug nach Amrum für ihre Arbeit beim LKA bedeuten? Und kann sie ihrem Vater verzeihen, den sie seit vierzehn Jahren nicht mehr gesehen hat?

Meine Meinung:

Dieser Band hat mir besser gefallen, als Fall 1. Er ist irgendwie einfach spannender und man lernt Lena besser kennen. Warum sie so handelt, wie sie es tut, wurde mir in diesem Buch sehr deutlich. Das finde ich gut. Da ist auf jeden Fall was passiert, sie hat sich weiterentwickelt - in gewisser Weise und vorallem ist sie eindeutiger geworden. Ich weiß tatsächlich gerade nicht, wie ich das anders ausdrücken kann.
In Lena konnte ich mich gut einfühlen, auch wenn ich sie manchmal als ein bisschen zu stur empfinde, so mag ich sie doch gerne. 

Der Fall ist sehr spannend, auch wie Lena und Johann die Mitglieder der Gemeinschaft dann teilweise doch noch erweichen, zumindest mit ihnen zu reden. Bei denen stoßen sie nämlich auf große Ablehnung.

Der Fall ist gut durchdacht und die Idee ist klasse. Hier ist nichts langwierig oder gar langweilig - was beim ersten Fall ja manchmal noch der Fall war. Die Autorin hat sich hier weiterentwickelt und das Lesen macht mehr Spaß.
Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und die Spannung bleibt durchgehend erhalten. Gerade die Spannung hat meinen Lesefluss angeregt. Allerdings hat es mich noch nicht so sehr gefesselt, dass ich durchgehend nur gelesen habe, wenn ich Zeit dafür hatte. 

Es gibt nur noch ganz kleine Schwachpunkte in diesem Fall.

Gern werde ich auf jeden Fall weitere Bücher der Autorin lesen - ich bin gespannt wie sich ihr Schreibstil noch verändert und was für Fälle sie für Lena und Johann schreibt. Auch wie Lena sich weiterentwickelt möchte ich sehr gerne wissen. Ich hoffe auf weitere spannende Fälle mit Lena und Johann.

4 von 5 Punkten

Edition M
Taschenbuch
350 Seiten
9,99 Euro
ISBN 9781503901445

Donnerstag, 27. Juni 2019

Buchrezension: "Blood Season"

Inhalt:
Die Crème de la Crème der deutschen Horror-Autoren hat ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und herausgekommen ist dieses Buch mit einem Sammelsurium an abartigen, kranken aber auch nachdenklich stimmenden Geschichten.Mitwirkende Autoren:Simone Trojahn, A.C. Hurts, Moe Teratos, Stefanie Maucher, Jane Breslin, Jasmin Kraft, Flip Falsehair, Ralph D. Chains, Gerwalt Richardson, Baukowski, Wolfgang Brunner, Inhonorus.


Meine Meinung:

Die Kurzgeschichten in diesem Buch sind alle einfach klasse - klar manche haben mir besser gefallen, als andere, aber keine war schlecht.
Einige der Kurzgeschichten sind sehr provokant...diese werden vermutlich auch die Meinungen weit auseinander treiben. Ich finde allerdings, dass gerade provokante Geschichten oft Aufmerksamkeit erlangen und somit auch auf ein Thema aufmerksam machen können - in diesem Fall in der Geschichte von Inhonorus, in der es um Pädophilie geht. Eindeutig eine krasse Geschichte, aber sehr gut geschrieben.

Bei diesem Verlag habe ich heftige Geschichten erwartet - und diese Erwartung wurde uneingeschränkt erfüllt. Ab und an lese ich solche Geschichten ja sehr gern, ich muss einfach Lust drauf haben. Das hatte ich jetzt mal wieder und habe mich sehr auf das Buch gefreut, und wurde nicht enttäuscht. Von den Autoren, die ihre Geschichte in dem Buch veröffentlicht haben, kannte ich vorher nur Bücher von Simone Trojahn. Ich denke aber von dem ein oder anderen Autor werde ich mir bestimmt mal ein Buch zu Gemüte führen.

Bitte lest dieses Buch nur, wenn ihr Brutalität, kranke Gedanken abkönnt. Das Buch ist auf jeden Fall nichts für Weicheiner.


5 von 5 Punkten

Redrum Verlag
Taschenbuch
14,99 Euro
179 Seiten
ISBN 9783959578530

Dienstag, 18. Juni 2019

EBook-Rezension: Sabrina Schuh "Das Herz der Sidhe: Das Gute und das Böse - Band 2"

Inhalt:
Eine fallende Maske
Ein unerwarteter Weggefährte
Eine Flucht vor sich selbst

An Floras 25. Geburtstag offenbaren ihre Onkel ihr ein unglaubliches
Familiengeheimnis und drohen, sie umzubringen, wenn sie sich nicht für
die Familie entscheidet. Völlig aufgelöst flieht Flora und läuft dabei
Graf Theobald von Wasserfeld in die Arme, der ebenfalls auf der
Abschussliste ihrer Onkel steht. Schon bald finden sich die beiden auf
einer Flucht quer durch Europa wieder, die nur ein einziges Ziel hat:
gegen unsterbliche Wesen bestehen und überleben.

In "Das Herz der Sidhe" spinnt Sabrina Schuh, getreu dem
Kooperationsmotto "Das Böse und das Gute", das Märchen von der
Gänsehirtin am Brunnen weiter. In einer rasanten Geschichte rund um
Familiengeheimnisse, Todesangst und verzweifelte Hoffnung erfährt der
Leser, welches Schicksal die verstoßene Prinzessin nach ihrer Enttarnung
ereilt.

Meine Meinung:
Nachdem ich schon den ersten Teil dieser Geschichte verschlungen habe, musste Band 2 natürlich auch her. Ich hab mich sehr gefreut, als ich diesen endlich in den Händen halten konnte. Und dann ging das Lesen natürlich auch gleich los. Ich bin mit großen Erwartungen an das Buch herangegangen, und ich kann sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde.

Es handelt sich hierbei um eine sehr gelungene Märchenadaption. Ich fand es super zu lesen, wie es mit Flora weitergeht. Vor allem hab ich in Band 1 Flora schon ins Herz geschlossen. Auch in Band 2 war sie mir wieder sehr sympathisch, sie entwickelt sich hier weiter, was ich persönlich sehr gut finde. Auch konnte ich noch etwas mehr über sie erfahren.

Die Geschichte ist spannend und märchenhaft zu gleich, das gefiel mir sehr gut. Gerade die Flucht von Theo und ihr gefällr mir sehr gut, da diese sehr ausdruckstark beschrieben ist. Hier habe ich mir den beiden gehofft und gebangt, war immer gespannt, was mich noch erwarten wird. Diese Spannung hielt bis zum Schluss an.

Ich fand es sehr spannend,  jetzt aus der Sicht von Flora zu lesen, während in Band 1 der Vater von Flora den Hauptpart spielte.

Den Schreibstil der Autorin mag ich sehr, denn er lässt sich sehr flüssig lesen. Es ist ja nun auch nicht mein erstes Buch von Sabrina Schuh - im Gegenteil - und da mir auch dieses hier sehr gut gefallen hat, werde ich natürlich auch weitere Bücher von ihr lesen...oder ich denke besser gesagt verschlingen.

Denn verschlungen habe ich dieses Buch auch, daher war es leider viel zu schnell vorbei, ich hätte gern noch mehr von diesem tollen Schreibstil gehabt.

Ich finde es klasse von der Märchenspinnerei, dass sie hier mal einen anderen Weg gewählt haben, zwar handelt es sich jeweils um abgeschlossene Adaptionen, aber sie greifen ja auch ineinander. Das ist sehr gelungen, und macht diese Bücher zu etwas ganz besonderem.

Ich bin gespannt auf weitere Bücher von Sabrina Schuh, und freue mich auch auf weitere Autorinnen der Märchenspinnerei.

5 von 5 Punkten

Zeilengold Verlag
EBook
120 Seiten
1,99 Euro
ASIN: B07QHGBJ21

Sonntag, 16. Juni 2019

Buchrezension: Lina Bengtsdotter "Löwenzahnkind"




Inhalt:
Sie ist Stockholms beste Ermittlerin – doch sie hat Leichen im Keller ...

Gullspång, eine Kleinstadt in Westschweden. Als in einer heißen Sommernacht die siebzehnjährige Annabelle spurlos verschwindet, ist schnell klar, dass Verstärkung angefordert werden muss. Mit Charlie Lager schickt die Stockholmer Polizei ihre fähigste Ermittlerin – doch was die Kollegen nicht wissen dürfen: Die brillante Kommissarin ist selbst in Gullspång aufgewachsen. Je tiefer Charlie nach der Wahrheit hinter Annabelles Verschwinden gräbt, desto mehr droht das Netz aus Lügen zu reißen, das sie um ihre eigene, dunkle Vergangenheit gesponnen hat. Doch die Zeit drängt – sie muss Annabelle finden, bevor es für sie beide zu spät ist …

Meine Meinung:
Ich bin schnell in dieses Buch reingekommen, was vor allem daran liegt, dass es gleich sehr spannend beginnt. Diese Spannung hält auch das gesamte Buch über an.
Ich war sehr schnell neugierig und wolle wissen, was mit Annabelle passiert ist, wie es ihr geht, ob sie noch lebt...was es mit ihrem Verschwinden auf sich hat...auf das Ergebnis musste ich lange warten...und das ist auch gut so.
Die Aufteilung der Kapitel finde ich gut, es war für mich immer sehr deutlich, in welchem Zeitraum die Geschichte gerade spielt, wodrüber geschrieben wird. Ich finde es sehr gut so, auch dass immer wieder Rückblicke von dem Tag des Verschwindens gab. Dieses haben nie zu viel preis gegeben - so dass die Spannung geblieben ist.

Charlie war mir sehr schnell sympathisch, gerade auch da sie selbst Geheimnisse hat. Ich finde es gut, wie sie ermittelt hat, wie sie immer an der Sache dran geblieben ist. Stellenweise habe ich gemerkt, wie nah ihr das alles ging - auch das hat mir gezeigt, dass sie menschlich ist. Die Autorin hat sich hierbei große Mühe gegeben und eine Person erschaffen, die es meiner Meinung nach so auch in der Realität geben könnte.

Die Beschreibungen der Orte sind so klasse, ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. An manchen Orten wäre ich gern selbst mal gewesen...an den meisten allerdings nicht. Die meisten Orte haben mich erschreckt - wenn auch fasziniert. Diese Mischung war einfach klasse.

Ich konnte das Buch sehr flüssig lesen, und wollte immer wissen wie es weitergeht. Demnach habe ich es kaum aus der Hand gelegt, und in jeder Minute gelesen, in der ich Zeit dafür hatte.

5 von 5 Punkten

Taschenbuch
Penguin Books
443 Seiten
13,00 Euro
ISBN: 9783328103813

Samstag, 8. Juni 2019

Buchrezension: Julia Adrian "Die dreizehnte Fee - Entschlafen" Band 3

Achtung könnte Spoiler enthalten, da es sich um Band 3 handelt.

Inhalt:
"Keine Geschichte sollte endlos währen. Es muss ein Ende geben. Es gibt immer eines." Die Königin der Feen steht einem neuen Feind gegenüber, der noch mächtiger scheint als alle Schwestern zusammen. Es gibt nur einen Weg ihn aufzuhalten: Lillith muss ihre Kräfte zurückerlangen und zu dem werden, was sie am meisten fürchtet. Doch wer ist wirklich Freund und wer ist Feind? »Wohin gehst du?«, rufe ich und will ihn am liebsten aufhalten. »Jagen«, antwortet er kurz angebunden, dann verschwindet er und lässt mich zurück. Er gibt mich frei. Meine Zeit ist noch nicht gekommen. Aber unsere scheint vorbei

Meine Meinung:
Mir fiel es sehr schwer in das Buch reinzukommen - dies mag vielleicht daran gelegen haben, dass es sehr lange her ist, dass ich die anderen beiden Bände gelesen habe. Ich hätte mir hier allerdings einen besseren Rückblick gewünscht, damit ich schneller wieder reinkomme. Im Laufe der Geschichte, kommt immer mal wieder auf, was bereits passiert war. Dadurch bin ich dann doch wieder reingekommen, aber ich hätte mir das irgendwie am Anfang gewünscht.
Ich denke daran lag es auch, dass ich dieses Buch nicht so spannend und fesselend fand, wie die Vorgänger. Mich konnte es hier irgendwie nicht so packen. Die dreizehnte Fee war für mich erstmal überhaupt nicht greifbar - das war sehr schade. Und sie ist hier manchmal auch anders, als sie vorher war - ich finde auch das sehr schade - zum Glück wandelt sich dies zum Ende nochmal.

Insgesamt brauchte ich auch länger, um das Buch zu lesen, es ging mir nicht so flüssig von der Hand wie bei den anderen. Das lag aber nicht am Schreibstil, sondern eher an den Anfangsschwierigkeiten, die sich dann durchzogen.
Und dann gab es Szenen, die mich dann schlussendlich doch gepackt haben, so dass ich wissen wollte, wie es ausgeht - da kam dann auch die Spannung auf.

Schade, dass es mir bei dem Buch so ging, ich hätte gern noch mehr Freude daran gehabt, aber vielleicht bin ich auch mit zu hohen Erwartungen an dies Buch rangegangen.

3 von 5 Punkten

Drachenmond Verlag
Taschenbuch
320 Seiten
12,00 Euro
ISBN: 9783959911337

Samstag, 1. Juni 2019

Buchrezension: Anna Johannsen "Der Tote im Strandkorb"

Inhalt: 
Auf Amrum, der kleinen nordfriesischen Insel, wird der Leiter eines Kinderheims tot am Strand aufgefunden. Die örtliche Polizei geht von einer natürlichen Todesursache aus, bis das Landeskriminalamt die Obduktion des Leichnams veranlasst und Ermittlungen einleitet. Hauptkommissarin Lena Lorenzen wundert sich darüber, dass Kriminaldirektor Warnke ausgerechnet ihr diesen Fall überträgt. Wenige Monate zuvor hatte er sie noch wegen eigenmächtiger Ermittlungen aus einer Sonderkommission abgezogen und ihre Herunterstufung beantragt.
Lena, die auf Amrum geboren und aufgewachsen ist, holt die Erinnerung ein: Sie hat die Insel vierzehn Jahre zuvor im Streit mit ihrem Vater verlassen. Während der Tage auf Amrum trifft sie ihre herzliche Tante Beke wieder und läuft schon am ersten Tag Erck über den Weg, ihrer einstigen großen Liebe.
Der Fall erweist sich als kompliziert. Nicht nur die Personen aus dem unmittelbaren Umfeld des Toten geraten unter Verdacht, sondern es tauchen auch mysteriöse Kontakte auf. Erst nach und nach wird Lena klar, warum ihr Chef ausgerechnet sie nach Amrum geschickt hat.

Meine Meinung:
Ich hatte große Probleme in dieses Buch einzusteigen. Dies liegt vor allem daran, dass es doch recht lange dauert, bis die Spannung wirklich aufkommt. Das finde ich sehr schade.
Als die Spannung dann vorhanden ist, schwächelt diese leider auch immer mal wieder. Ich denke da hätte die Autorin mehr raus holen können.

Die Idee ist super, und auch das Ende fand ich gut. Mit dem Ende hätte ich so auch nicht gerechnet. Das hat mich dann schon überrascht - was dem Buch dann wieder einen Pluspunkt eingebracht hat.

Die Protagonistin Lena Lorenzen finde ich gut, auch dass sie nicht immer so herkömlich ermittelt finde ich gut. Sie mochte ich sehr schnell.
Johann finde ich zunächst komisch, halt weil er so korrekt ist, und irgendwie auch sehr schüchtern wirkt. Zum Glück ändert sich das im Laufe des Buches ein wenig, so dass auch er mir dann sympathisch ist.

Die Beschreibungen der Insel sind sehr gelungen, ich habe mich gefühlt, als wäre ich direkt vor Ort. Und ich habe "Meerweh" dabei bekommen, denn ich liebe das Meer - dies war auch einer der Gründe, warum ich das Buch gern lesen wollte.

Die Thematik dahinter ist erschreckend, gerade weil es ähnliche Fälle leider auch in der Realität gibt. Das hat schockiert, mir aber dadurch auch sehr gut gefallen.

Es geht nicht rein um die Ermittlungen, sondern Lenas Leben - auch ihre Vergangenheit spielt eine große Rolle - das war mir manchmal schon fast ein bisschen zu viel, da war es erst am Ende des Buches stimmig.

Auch wenn mir das Buch nicht 100%ig zugesagt hat, so kann ich mir dennoch vorstellen, der Autorin eine weitere Chance zu geben. Denn vom Schreibstil her konnte ich das Buch flüssig lesen, und ich denke, dass man auch mit der Erfahrung lernt und dadurch die weiteren Bücher vielleicht noch spannender sind.

4 von 5 Punkten

Edition M
Taschenbuch
9,99 Euro
283 Seiten
ISBN: 9781542047906