Donnerstag, 14. Mai 2020

EBook Rezension: Sandra Binder "Schatten über Whitechapel"

Inhalt:

1888 versetzte ein unbekannter Serienmörder das Londoner East End in Angst und Schrecken – heute setzt er sein grausiges Werk fort.
Während der Mord an einer Prostituierten die Polizei vor ein Rätsel stellt, erkennt Privatdetektivin Maxine Atwood in der abscheulichen Tat die Handschrift eines alten Bekannten: Jack the Ripper. Die in die Menschenwelt verbannte Gefallene hofft zunächst auf einen Zufall, doch ›Saucy Jacky‹ meldet sich bald schon persönlich bei seiner einstigen Rivalin: Wie damals schreibt er ihr Briefe, führt sie mit echten Informationen und falschen Hinweisen in die Irre und hetzt die Detektivin kreuz und quer durch ganz London. Maxine verfolgt jede noch so winzige Spur, überprüft alle dämonischen Zweige der Stadt, aber sie scheint ein Phantom zu jagen. Und der Ripper droht, ihr ein zweites Mal zu entkommen ...



Meine Meinung:

Der Einstieg fiel mir irgendwie ein bisschen schwer, gerade zu Beginn hatte ich nämlich sehr viele Fragen im Kopf. Als ich richtig rein gekommen bin, konnte ich das Buch auch gut lesen. Es ist spannend und irgendwie abgefahren - auf eine positive Art und Weise. 

Die Geschichte beinhaltet Fantasyelemente (vor allem sichtbar durch das Alter der Protagonistin und dass sie Soldatin im Himmel war.)
Die Idee finde ich super und sie wurde total klasse umgesetzt. Diese Mischung aus Vergangenheit und Fantasy ist klasse.
Über Jack the Ripper, habe ich nichts neues erfahren - aber das habe ich bei einer Geschichte auch nicht erwartet. Ich bin gewissermaßen von ihm fasziniert, deswegen lese ich auch so gern Bücher, wo er drin vor kommt. 

Die Protagonisten passen zur Geschichte.
Max ist klasse. Gerade auch wie sie sich im Laufe des Buches verändert finde ich toll beschrieben. Es ist sehr deutlich, was mit ihr passiert und wie sie aus ihrem "Loch" rauskommt.  Dadurch gefällt sie mir im Laufe es Buches auch immer besser.

Jonas ist klasse, er war mir von Anfang an sympathisch. Oftmals tut er mir dadurch auch sehr leid. Er hat es im Buch echt nicht einfach. Inwiefern...das müsst ihr einfach selbst lesen.

Bei Brain war ich mir lange nicht sicher, was ich von ihm halten soll, er ist sehr undurchsichtig.

Alles in allem eine tolle, spannende Geschichte, die ich regelrecht verschlungen habe.


5 von 5 Punkten


E-Book
digital publishers
4,99 Euro
339 Seiten
ISBN: 9783960876427

Montag, 11. Mai 2020

Ebook-Rezension: Elena München "Ein Funke Magie"

Inhalt:

Ein Verbannter
Ein Versprechen
Ein Funke dunkler Magie

Näherin Adelheid ist mehr als verwundert, dass ein feiner Herr wie dieser Rumpel ihr seine Hilfe anbietet. Nicht nur, dass er sie und ihre Mutter finanziell unterstützt, er ermöglicht Adelheid auch durch eine arrangierte Heirat den sozialen Aufstieg. Alles, was Herr Rumpel dafür verlangt, ist ihr Versprechen, ihm irgendwann zu helfen.
Das ist fast zu schön, um wahr zu sein!

Rumpel ist mit sich und der Welt zufrieden. Für die Aussicht auf ein wenig Wohlstand lassen diese Menschen scheinbar nur zu gerne jede Vorsicht außer Acht. Und bis Adelheid merkt, was genau sie ihm versprochen hat, wird Rumpels Magie bereits wirken.
Was kann da noch schiefgehen?

Rumpelstilzchen einmal anders. Das Berlin der Goldenen Zwanziger Jahre bildet den Hintergrund für eine Geschichte, in der Rumpelstilzchens Motive gründlich unter die Lupe genommen werden. So grausam und willkürlich er uns im Märchen auch erscheint, niemand handelt ohne guten Grund, auch die Bösen nicht.


Meine Meinung:

Dieses Buch lässt sich gut lesen, es ist spannend geschrieben, dadurch wollte ich nicht aufhören zu lesen. Leider ist dieses Buch dann aufgrund der geringen Größe ganz schnell vorbei, wenn man es nicht aus der Hand legen will. Ich war tatsächlich ein wenig traurig, als es zu Ende war. Das ging mir alles irgendwie viel zu schnell.

Die Märchenadaption ist total klasse. Ich finde es super, dass hier Rumpelstilzchen als Ursprungsmärchen gewählt wurde. Von diesem Märchen hatte ich bisher noch keine Adaption geschrieben.
Ich finde es wurde super umgesetzt. 

Die Protagonisten sind toll gestaltet. Adelheid ist mir manchmal fast ein bisschen zu naiv, aber anders wäre das Buch auch nicht das geworden, was es geworden ist. Von daher ist dies schon gut so. Sie und auch ihre Mutter tun mir oftmals sehr leid. Ihr Leben muss schon sehr hart gewesen sein und ich kann verstehen, dass sie dies ändern wollen...und trotz schlechtem Gefühl entgegen diesem handeln. 

Die Adaption regt dazu an, nachzudenken, darüber wie viel Geld einem Wert ist, und was einem vielleicht mehr wert sein sollte.

Ich bin gespannt auf den zweiten Teil und freue mich schon sehr darauf, diesen hoffentlich bald zu lesen.

5 von 5 Punkten


E-Book
Machandel Verlag
0,99 Euro
72 Seiten
  • ASIN: B086TV6NJ1

Montag, 4. Mai 2020

Veit Etzold "Blutgott"



Inhalt:

Ein Mädchen sitzt allein in einem schäbigen alten Abteil eines IC, der gerade Nordrhein-Westfalen durchfährt. Plötzlich öffnet sich quietschend die Tür: Eine Gruppe Jungen betritt das Abteil. Zielstrebig nähern sie sich den Fenstern und ziehen die Vorhänge zu. Was dann geschieht, jagt den hartgesottenen Ermittlern vom LKA Berlin um Patho-Psychologin Clara Vidalis Schauer über den Rücken …
Und es bleibt nicht bei diesem einen außergewöhnlich brutalen Mord, verübt noch dazu von einer Gruppe Minderjähriger – bald schlagen die kindlichen Killer-Kommandos in ganz Deutschland zu.
Clara Vidalis glaubt nicht an Zufälle. Und sie kann (und will) auch nicht glauben, dass die Teenager auf eigene Faust gehandelt haben. Was sie nicht ahnt: In seiner Welt ist ihr wahrer Gegner ein Gott. Und die Messen, die er von seinen Anhängern fordert, sind blutige »slash mobs«.


Meine Meinung:

Das Buch ist durchgehend krass. Es beginnt schon äußerst krass. Die Beschreibungen sind einfach umwerfend - sie sind super brutal und blutig. Wer das nicht ab kann, muss die Finger von diesem Buch lassen. Das möchte ich vor weg los werden.

Ich kann sagen, dass man die anderen Fälle nicht unbedingt kennen muss, denn ich kenne auch nicht alle, konnte das Buch aber super verstehen und lesen. Allerdings hat es mich jetzt gepackt und ich möchte die anderen Fälle auch alle lesen. "Tränenbringer" habe ich bereits letztes Jahr gelesen, auch das Buch von Veit Etzold konnte mich restlos überzeugen.

Das Buch ist von vorn bis hinten super spannend, so dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. 

Die Protagonisten sind sehr gelungen. Clara und MacDeath haben kuriose Ermittlungsmethoden, die vermutlich kaum wer im wahren Leben so anwenden würde. Aber genau das mag ich irgendwie, es sind gerade diese Eigenarten, die ein Buch oft grandios machen. 

Clara ist eine super sympathische Frau, die sowohl hart, als auch liebevoll und emphatisch sein kann. Diese Mischung kommt gut hervor und ich finde es passt so sehr gut.
Auch ihre Gewissensbisse sind deutlich spürbar.

MacDeath ist schon sehr abgedreht in seinen Gedanken/ in dem wofür er sich interessiert (wobei das natürlich zu seinem Beruf als Fallanalytiker passt.

Die verschiedenen Serientäter, die in dem Buch kurz angeschnitten wurden, sind mir zum Großteil "bekannt". Über andere werde ich jetzt mal was lesen - ich finde die Thematik Serienmörder super spannend und faszinierend. (Und da sage ich, dass MacDeath abgedreht ist, obwohl ich mich selbst für entsprechende Fälle interessiere. 

Durch den tollen Schreibstil, lässt sich dieses Buch super gut und flüssig lesen. Da macht sich vor allem auch die Spannung bemerkbar.

Interessant finde ich, dass dieses Buch zum Teil im DarkWeb spielt, da ich so auch etwas darüber erfahren konnte. Ein bisschen habe ich auch vorher dadrüber schon gelesen, aber jetzt ist mein Einblick noch erweitert wurden.
Diese Mischung, aus Internet, aber auch wahren Leben, finde ich total spannend gemacht.

Das Ende ist einfach sehr mies und wahnsinnig...


5 von 5 Punkten


Knaur
Taschenbuch
410 Seiten - mit anschließender Leseprobe
10,99 Euro
ISBN: 9783426524084


Freitag, 1. Mai 2020

Buchrezension: Daniela M. Fiebig "Der Wert des Kois"

Inhalt:

Nach dem Suizid ihres guten Freundes Dennis wird Johanna von Selbstvorwürfen getrieben: Sie muss eine Erklärung für Dennis' erschütternde Tat finden, muss wissen, dass sie nichts hätte tun können, um die Tragödie zu verhindern.
Letztlich führt sie die Suche nach Antworten in die eigene Vergangenheit, die eine verhängnisvolle Verknüpfung beider Familien verbirgt.



Meine Meinung:

Ich brauchte ein bisschen Zeit, um richtig in das Buch reinzukommen. Dies lag vor allem daran, dass ich Johanna zu Beginn zunächst sehr nervig und sehr gefühlskalt fand. Das mochte ich so gar nicht. Ich glaube, dass hat mir den Lesespaß zu Beginn auch ein bisschen eingeschränkt.
Ich konnte sie dann aber im Laufe des Buches doch noch besser verstehen und auch verstehen, warum sie entsprechend handelt, das klärt sich zum Glück alles auf.

Dennis und seine Beweggründe kann man als Leser zunächst nicht richtig einschätzen, man weiß nicht warum er gehandelt hat, wie er es getan hat. 
Allerdings hatte ich sehr schnell eine gewisse Ahnung, da er in dem einen Moment so reagiert hat, wie er es halt getan hat. Dieser Moment offenbart finde ich zu viel. Und diese Ahnung hat sich dann auch bewahrheitet. Das finde ich nicht so gut geglückt. 

Wie sich aber alles aufklärt, das finde ich super gemacht. 

Das Wort "Schuld" findet in dem Roman viel Raum, es ist ein wie ich finde sehr hartes Wort. Dadurch regt das Buch dann auch zum Nachdenken an.  Somit ist es auch kein Buch, welches man einfach so nebenbei lesen kann. Gerade weil man selbst viel ins Nachdenken rutscht. 

Es zeigt irgendwie auch, wie wichtig es ist, mit der Vergangenheit im Reinen zu sein. Vor allem zeigt es, was passieren kann, wenn man das nicht ist.

Mit kleinen Einschränkungen hat mir das Buch letztendlich dann doch gut gefallen.

3 von 5 Punkten


Taschenbuch
325 Seiten
12,50 Euro
ISBN: 9783752943986