Mittwoch, 31. Januar 2018

EBook-Rezension: Mira Lindorm "Herzenswünsche kommen teuer"




Inhalt:
Neugierig, wie Prinzessin Suleika nun einmal ist, findet sie beim Stöbern in der Schatzkammer ihrer Mutter Sheherezade ausgerechnet die Wunderlampe. Und natürlich setzt sie auch prompt den Dschinn darin frei. Der erklärt, dass er ihr zwar jede Menge gewöhnliche Wünsche erfüllen kann, aber nur drei Herzenswünsche für die Dauer ihres ganzen Lebens.
Nach Kinderart äußert Suleika ihren ersten Herzenswunsch spontan – ohne zu ahnen, was sie damit anrichtet.
Für eine Weile schwört Suleika darauf der Wunderlampe ab, doch als sie zur Frau heranwächst, bringt das Leben neue Sehnsüchte mit sich, für die der Dschinn der ideale Ausweg scheint. Bleibt nur die Frage, ob Suleika inzwischen gelernt hat, ihre Wünsche mit mehr Weitsicht zu äußern.


Meine Meinung:
Auch diese Märchenadaption ist wieder sehr gelungen.
Am Anfang brauchte ich zunächst einen klitzekleinen Moment, um in das Buch reinzukommen. Dies lag aber auch dran, dass ich sonst eher keine Geschichten / Märchen lese, die im Orient spielen und ich mit dem Setting zunächst erstmal klar kommen musste.
Danach war das Buch aber einfach wunderschön. Die kleine Suleika hat sich sofort in mein Herz gestohlen, weil sie so ganz anders ist, als man sich eine Prinzessin sonst vorstellt. Man könnte fast sagen: "An ihr ist ein Junge verloren gegangen" - wenn ihr wisst was ich meine.
Für mich wäre es keine Welt, in der ich leben wollen würde. Daher kann ich Suleika auch schon sehr verstehen, dass sie die Welt außerhalb des Harems sehen möchte, sie erforschen möchte und nicht ewig "gefangen" sein möchte.
Was durch die Wünsche von Suleika passiert finde ich sehr schlüssig. Was so manche Worte doch ausmachen können, sieht man daran genau. Oder auch was los ist, wenn Worte fehlen...manchmal sollte man sich halt sehr genau ausdrücken, was Suleika leider nicht tut...deswegen kommt es so, wie es kommen muss... (mehr verrate ich an dieser Stelle nicht, denn ich möchte nicht spoilern).
Im Vordergrund steht hier das Thema Egoismus, bzw eigentlich auch Neid - denn irgendwie gehört das in diesem Fall zumindest teilweise zusammen. Und genau das zeigt sich an ihren Wünschen, bzw dem was draus wird immer wieder.
Mir hat es bewusst gemacht, dass man oftmals doch einfach mit dem zufrieden sein sollte was man hat, bzw das man genau überlegen muss was man sich wünscht...

Aber noch mehr als Suleika hat mir der kleine Drache Fleckschnauze gefunden. Schon allein bei der ersten Begegnung, da tat er mir allerdings erstmal sehr leid. Dem wäre ich aber auch sehr gerne begegnet. Er hat was niedliches, tolles.

Ich habe mich von diesem Buch in den Orient enführen lassen und konnte mir das Leben in dem Harem auch nach kurzer Zeit sehr gut vorstellen - und mich in gewisser Weise auch hineinversetzen. Wobei mir dies schwer fiel, da ich dabei irgendwie eine Barriere hatte, denn wie schon weiter oben geschrieben, so würde ich nicht leben wollen...

Das Buch kann ich euch auf jeden Fall weiterempfehlen. Ich finde es super, dass es sich um eine Märchenadadaption handelt, von einem Märchen, dass ich sonst bisher in keiner Adaption gefunden habe. Gerade dies Ungewöhnliche ist sehr reizvoll.

5 von 5 Punkten

Machandel Verlag
Ebook
Seitenzahl der Printausgabe: 104
0,99 Euro (EBook)
ASIN: B078RFHZC1

Montag, 29. Januar 2018

Buchrezension: Arno Strobel "Tiefe Narbe - Im Kopf des Mörders 1"



Inhalt:
Max Bischoff ist ganz neu bei der Mordkommission in Düsseldorf. Max ist motiviert und hält sich gern an moderne Ermittlungsmethoden - wie die Fallanalye. Dafür hat sein Partner Horst Böhmer leider nicht immer Verständnis. Der erste Fall der beiden hat es in sich... auf dem Präsidium taucht ein Mann auf, der von oben bis unten mit Blut beschmiert ist und sehr verwirrt erscheint. Er kann sich an nichts mehr erinnern. Das Blut stammt nicht von ihm selbst, sondern von einer Frau, die vor 2 Jahren spurlos verschwunden ist - die für tot gehalten wird.
Ist der blutbeschmierte Mann der Mörder oder warum weiß er nichts mehr?
Kurz darauf wird eine Leiche entdeckt...

Meine Meinung:
Dieser Fall ist sehr verworren, was total super ist, da es ihn sehr spannend macht. Ich wurde beim Lesen oftmals aufs Glatteis geführt...doch nicht nur mir ist es so ergangen, sondern den Ermittlern auch. Und genau dies macht das Buch auch so klasse, denn dadurch wird die Spannung immer mal wieder erhöht.
Insgesamt ist dieses Buch sehr spannend und ich hatte es sehr schnell durchgelesen. Am Ende war ich fast ein bisschen traurig, dass es schon vorbei ist. Aber ich weiß ja, dass es noch 2 weitere Bücher mit Max geben wird. Eins davon befindet sich schon in meinem Besitz und ich werde es bestimmt sobald wie möglich lesen.

Ganz zu Beginn hatte ich mit den kursiven Stellen im Buch so ein bisschen meine Probleme...denn diese sind aus der Sicht des Mörders...und daher irgendwie schon recht krank und auch ziemlich verworren. Aber auch da bin ich recht schnell rein gekommen, auch wenn ich mich immer wieder gefragt habe, wie man so denken kann...das finde ich nämlich einfach heftig und krass. Aber auch das passt gut zu dem Mörder und seinen Taten. Irgendwie hat das manches auch anders erscheinen lassen, sinnvoller im Zusammenhang zusetzen...

Die Charaktere sind super toll. Max war mir von Anfang an sympathisch. Auch finde ich es gut, wie ich Stück für Stück mehr über ihn erfahren habe. Das macht ihn lebendiger und noch sympathischer. Auch er hat mit seinen Problemen zu kämpfen, wobei als Probleme würde ich es nicht unbedingt bezeichnen. Er macht sich halt viele Sorgen um seine Schwester Kirsten. Diese ist mir übrigens von Anfang an total ans Herz gewachsen und ich hoffe sehr, dass sie auch in den weiteren Büchern noch eine Rolle spielen wird, also zumindest drin vor kommt. Was sie gegen Ende des Buches erlebt ist nicht schön...da hätte ich irgendwie noch auf eine Aufklärung gehofft, aber es ist halt in gewisser Weise auch ein Cliffhanger, was ich wieder rum sehr gelungen finde.
Böhmer konnte zum Ende hin auch schon Sympathien von mir erlangen, aber er ist irgendwie noch so ein bisschen undurchschaubar. An manchen Stellen erfährt man schon ein bisschen über ihn, was ich gut finde. Es ist aber auch schon sehr deutlich, dass Max die Hauptrolle in diesem Buch ist und nicht Böhmer. Auch das sagt mir zu. Spannend ist es auch, wie manchmal Welten aufeinander treffen, was ihre Meinungen und Ermittlungsarten angeht.

Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Mir hat es von vorn bis hinten gut gefallen und ich freu mich auf die nächsten Fälle mit Max Bischoff und Böhmer.

5 von 5 Punkte


Fischer Verlag
Taschenbuch
364 Seiten
9,99 Euro
ISBN 9783596296163

Donnerstag, 25. Januar 2018

Buchrezension: Caleb Roehrig "Niemand wird sie finden"

Inhalt:
January ist verschwunden. Sie ist Flynns Freundin...die Polizei vermutet ein Verbrechen und stellt viele Fragen. So wensen sie sich auch an Flynn - doch er kann die Fragen auch nicht beantworten. In der Nacht vor ihrem Verschwinden waren die beiden noch zusammen...so gerät er auch in den Kreis der Verdächtigen...
Alle vermuten einen grausamen Mord...doch die Aussagen von Freunden und Mitschülern von January zeigen ein ganz anderes Bild von dem Mädchen, als das was Flynn kennt. Er möchte nun herausfinden, was mit ihr geschehen ist und das ohne dabei sein eigenes Geheimnis bekannt zu geben...

Meine Meinung:
Ich fand den Einstieg in das Buch sehr schwer, das finde ich schon total schade. Es ist leider auch vieles sehr verworren, was ich gerade für ein Jugendbuch eher ungünstig finde, das ist schade. Ich denke das hätte anders gestaltet werden können.
Es liegt vor allem, gerade zu Anfang daran, dass man von einer Situation in die nächste geworfen wird, ohne das man die erste Situation richtig erfassen konnte.
Die Thematik ansich finde ich jedoch interessant und auch sehr wichtig, wobei ich auch denke dass beim Thema Vergewaltigung (welches in dem Buch vorkommt - inwiefern möchte ich jetzt jedoch nicht bekannt geben, dass würde einiges kaputt machen), andere Wege hätten aufgezeigt werden müssen. Denn gerade das Verstecken ist da eindeutig der falsche Weg, hier wäre es besser gewesen, dass Betroffene, welche dieses Buch vielleicht lesen, andere Wege aufgezeigt bekommen. Das ihnen Mut gemacht wird, sich jemanden anzuvertrauen, den Täter anzuzeigen... Das ist auf jeden Fall für mich ein sehr großer Minuspunkt. Denn gerade bei solchen Themen, muss der Autor eindeutig sinnvoll agieren und Mut machen. Es mag zwar sein, dass es für die Opfer nicht einfach ist, sich zu äußern, aber ich finde solche Texte machen es dann vermutlich noch schwerer.

An sich ist die Geschichte gut durchdacht, und wenn man erstmal so ein bisschen drin ist, ist das Buch auch gut zu lesen. Gerade über January habe ich mich das ein oder andere Mal gewundert. Flynn ist stellenweise auch sehr komisch, was ihn aber irgendwie auch sympathisch macht - denn wer ist schon normal.

Wie mit seinem Geheimnis umgegangen wird, finde ich allerdings sehr gut. Ich möchte aber logischerweise nicht verraten, um was für ein Geheimnis es sich handelt.

Insgesamt kann ich das Buch nicht so einfach weiterempfehlen, da es für mich halt einige kleine Minuspunkte hat.

3 von 5 Punkten

Cbj Verlag
Taschenbuch
414 Seiten
14,99 Euro
ISBN 9783570173343

Montag, 22. Januar 2018

Buchrezension: Monica J. O´Rourke "Quäl das Fleisch"

Inhalt:
Zoey wird in Manhattan entführt und in einen Bunker verschleppt. Dort wird sie zum Opfer der Fantasie eines verrückten / kranken Mannes. Sie ist allerdings auch nicht die einzige Gefangene...sie vegetieren in Käfigen...dutzende Frauen, die täglich gequält werden...

Meine Meinung:
Ein extrem krasses, heftiges Buch - aber das habe ich auch erwartet, schließlich handelt es sich hierbei um Festa Extrem - einem Buch das man nur direkt auf der Festa Verlagsseite bekommt, es hat keine ISBN...und sie sagen selbst, es ist nichts für den Buchhandel, sondern nur für Fans.
Und ich bin definitiv ein Fan. Nicht alle Bücher aus der Extrem-Reihe gefallen mir, aber dieses hat mir sehr zugesagt. Es hat eine Story, die mir gut gefallen hat, ist aber blutig und brutal. Stellenweise habe ich echt geschluckt, weil es so ekelig war. Ganz oft habe ich gedacht - "Wie krass ist das denn? Wie kommt man auf solche Gedanken?"
Und genau mit diesen Gedanken habe ich dann viel gespielt, sie waren quasi durchgehend in meinem Kopf. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Autorin genau dies erreichen wollte.
Zoey und die anderen Frauen taten mir so leid, sie müssen so viel durchleiden. Das ist auf jeden Fall um einiges krasser, als was man sonst so an Büchern in diese Richtung kennt. Hier geht es um richtig krassen Sex, um Sexspiele, die sich die meisten wahrscheinlich gar nicht vorstellen können oder wollen. Auch mir viel es schwer, mir das meiste vorzustellen. Wobei ich es mir eher einfach nicht vorstellen wollte, denn die Beschreibungen waren schon so, dass man eindeutig Kopfkino haben konnte. Ich hatte es auch oft, aber irgendwie war da eine Barriere...ich kann mir diese selbst nicht so genau erklären, da ich doch eher hart im nehmen bin, was solche Bücher angeht. Aber dies übertrifft so wirklich einiges.
Der Einstieg ist noch recht seicht, was ich allerdings gut finde. Es geht dann aber auch sehr schnell heiß / brutal her...und es bleibt so krass. Und genau das finde ich gut, dass diese Heftigkeit dann das gesamte Buch über gehalten werden kann. Dazu kommt, dass es eine durchgehende Story ist, die mich wirklich angesprochen hat und die gut ausgearbeitet ist.

Allen Fans von Festa Extrem, oder allgemein von extremen Büchern kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen. Ich bin mir auch sicher, dass es nicht das letzte Festa Extrem ist, was ich gelesen habe...meine Lust auf solche Bücher ist jetzt erstmal wieder geweckt...

5 von 5 Punkten

Festa Verlag - Festa Extrem
Taschenbuch
157 Seiten
12,99 Euro

Freitag, 19. Januar 2018

Buchrezension: Christl Friedl "Bella das kleine Sockenmonster"

Inhalt:
Bella ist eine kleine Mischlingshündin, nach unfreiwilligen Aufenthalten in einem spanischen und einem deutschen Tierheim findet sie ein Zuhause in Oberbayern - bei ihren Menschen.
Aus ihrer Sicht erzählt sie einige Geschichte, lässt sie an schönen und lustigen Erlebnissen teilhaben. Sie stellt ihre Freunde vor...und gleichzeitig wird vermittelt, dass Hunde keine Spielzeug sind, sondern Gefühle haben, mal zum Tierarzt müssen...

Meine Meinung:
Dieses Buch ist wirklich süß. Klasse finde ich vor allem, dass echte Fotos verwendet wurden, so ist es gerade in dem Fall auch für die Kinder realistischer, was gut zu dem Buch und dem Hintergrund passt.

Die Kindergartenkinder fanden das Buch total toll und es kamen sehr oft Ausrufe wie: "Oh wie süß" , "Die ist aber lustig" ...
Allerdings musste ich die Geschichte in mehrere Teile teilen, da es von der Menge her sonst zu viel für die meisten Kinder wurde. Das Buch eignet sich für Kinder ab etwa 3 Jahren. Gerade durch die Bilder kann man die Kinder auch gut zum sprechen anregen, denn sie haben oft erzählt, was Bella auf einem Bild gerade macht.

Auch ich konnte beim Lesen viel lachen und habe mich in Bella "verliebt". Sie ist ein echt toller Hund mit tollen Erlebnissen. Gut finde ich auch, dass über die OP berichtet wurde, denn das verdeutlicht den Kindern sehr genau, dass auch Hunde verletztlich sind und ihnen was passieren kann.
Ich persönlich fand vor allem die Geschichte mit dem Buffet total genial und habe mich kaputt gelacht - mehr verrate ich hier nicht, denn das würde spoilern.

Die Fotos sind total super und sind an den richtigen Stellen eingesetzt.
Sprachlich ist das Buch für die Kinder gut zu verstehen und erweitert auch ihren Wortschatz, da auch Worte verwendet werden, die ihnen noch nicht so bekannt sind. Auch dies finde ich super klasse und wichtig.

Ich hatte viel Spaß beim Vorlesen und die Kinder beim zuhören.
Ich freue mich auf weitere Geschichten mit Bella.

Ich kann das Buch sowohl für Kindergartenkinder, als auch für Grundschulkinder auf jeden Fall weiterempfehlen.

5 von 5 Punkten

Windsor Verlag
Taschenbuch
71 Seiten
13,99 Euro
ISBN 9781627845571

Mittwoch, 17. Januar 2018

Buchrezension: Ingar Johnsrud "Der Hirte"

Inhalt:
Annette, die Tochter der einflussreichen Politikerin Kari Lise wird vermisst. Zunächst sieht alles nach einem Routinefall für Kommisar Fredrik Beier aus...doch kurz darauf wird nach "Solro" beordet. Dort wurden 5 Männer auf bestialische Weise ermordet. Dies ist der Sitz der christlichen Sekte "Gottes Licht", die 5 Männer gehörten zu dieser Sekte. Auch Annette ist ein Mitglied dieser Sekte. Das Gelände/ der Hof erinnert eher an einen Hochsicherheitstrakt, als an eine Glaubensgemeinschaft. Im Keller stoßen die Ermittler dann auf ein Labor...

Meine Meinung:
Ich fand es erstmal recht schwer in dieses Buch einzutauchen...was vor allem an den vielen Personen und den verschiedenen Orten sowie Zeiten liegt. Denn stellenweise spielt das Buch in der Vergangenheit - zu Zeiten des zweiten Weltkriegs. An sich ist dies gut gekennzeichnet, da es gleich beim Kapitel dabei steht. Und doch hatte ich in diesem Fall damit so ein wenig meine Schwierigkeiten.
Rassenforschung...fand ich schon recht heftig, so als eins der Themen, aber dennoch irgendwie spannend. Spannend ist das Buch insgesamt schon, wenn man den Einstieg dann erstmal geschafft hat. Wobei ich auch sagen muss, dass mich das Ende dann wieder verwirrt hat...das finde ich sehr schade. Ich denke das hätte man anders machen können.
Oft habe ich beim Lesen gedacht, dass weniger manchmal mehr ist - ich denke ihr wisst was ich meine. Es waren einfach zu viele Handlungsstränge, die jeder für sich schon interessant waren, aber durch das Geballte einfach viel zu viel waren. Das tut dem Buch schon einen großen Abbruch.
Es war halt überladen mit zu vielen verschiedenen Handlungen.

Die Leichen sind toll beschrieben, sehr brutal beschrieben, genau wie die Taten. Das fand ich schon wieder sehr gut, ich finde das gehört irgendwie fast dazu...solche Beschreibungen. Ich konnte mir gerade das dann auch immer sehr gut vorstellen - mit all der Brutalität und so.
Und dann kam schon wieder der nächste Handlungsstrang, was mich dann erstmal wieder verwirrt hat. Da musste ich dann erstmal wieder reinkommen...und dann war das Kapitel schon fast wieder vorbei...das ist sehr schade.
Ich habe mir von diesem Buch insgesamt mehr versprochen, vielleicht habe ich auch zu viel erwartet, so dass ich dadurch enttäuscht wurde.
In den Phasen, in denen es spannend war, habe ich das Buch wirklich verschlungen und sehr gern gelesen. Da wollte ich es dann nicht mehr aus der Hand legen. In anderen Phasen widerrum, tat ich mich mit dem Lesen schwer.

Wie ihr lest, bin ich sehr zwiegespalten bei diesem Buch. Ich kann mir aber trotzdem sehr gut vorstellen, dem Autor noch eine zweite Chance zu geben und noch ein Buch von ihm zu lesen.

3 von 5 Punkten

blanvalet
broschiert
14,99 Euro
510 Seiten
ISBN: 9783764505875

Sonntag, 14. Januar 2018

Buchrezension: Sophie Pembroke "Claude allein zu Haus"

Inhalt:
Die französische Bulldogge Claude lebt im Maple Drive. Seine Familie ist nach Frankreich gefahren und hat ihn einfach vergessen...daher sucht Claude jetzt ein vorrübergehendes neues zu Hause. Bei seiner Suche stolpert Claude durch die Katzentür in das Leben von Holly, ihrer Katze Perdita und dem Postboten Jack...ab jetzt beginnt für alle 4 ein Abenteuer...

Meine Meinung:
Dieses Buch ist unglaublich süß. Bereits auf den ersten Seiten hatte ich mich in Claude verliebt. Was vielleicht auch dran liegen mag, dass ich selbst gern eine französische Bulldogge hätte, was mir auf grund meiner Arbeit aber leider nicht möglich ist.
Jedenfalls ist Claude einfach Zucker. Er ist ziemlich tollpatschig...und vor allem auch sehr verfressen. Dadurch, dass er Hunger hat, zwängt er sich durch die Katzenklappe von Perdita - und überlegt dabei ob ihm Katzenfutter vielleicht auch schmeckt. Auf jeden Fall denkt er sich, dies ist besser als nichts...
Holly, die gerade ihre Post entgegen nimmt und der Postbote Jack hören das Rumpeln, was Claude dabei verursacht und gehen nachschauen, was passiert ist.
Sofort kümmern sie sich um ihn und versorgen ihn. Jack hat schon den Verdacht, dass die Familie von Claude nicht da ist. Und nun überlegen sie gemeinsam was zu tun ist.
Mehr möchte ich in dieser Richtung nicht verraten, denn sonst würde ich zu viel spoilern.
Ich kann nur sagen, dass Jack und Holly durch Claude noch viel erleben werden. Und auch Claude viel erlebt. Teilweise hatte ich echt Mitleid mit ihm und vor allem habe ich immer gehofft, dass es für ihn noch gut ausgeht. Stellenweise hat mich Claude zum Schmunzeln /Lachen gebracht...er ist halt einfach süß und seine Tollpatschigkeit erst *g*. Gerade diese macht ihn wirklich gelungen.
Auch Jack und Holly waren mir sehr shcnell sympathisch und ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen.
Klar, manches ist vielleicht ein wenig übertrieben, irgendwie...doch das finde ich gar nicht weiter schlimm. Es passt einfach zu diesem Buch.
Die Geschichte ist stellenweise sehr romantisch und auch ein bisschen kitschig. Aber in dem Fall fand ich das nicht schlimm. Ich hatte schon damit gerechnet, bevor ich dieses Buch angefangen habe zu lesen. Daher konnte ich mich sehr gut drauf einstellen.

Insgesamt fand ich das Buch total klasse und kann es auf jeden Fall auch weiterempfehlen. Es ist definitiv ein Buch für alle Hunde-/Tierfreunde, die auch mal auf Kitsch und Liebe stehen.
Das Buch spielt zwar zur Weihnachtszeit, aber ich habe es erst nach Weihnachten gelesen, das fand ich aber überhaupt nicht störend.

5 von 5 Punkten

Mira Taschenbuch
Taschenbuch
364 Seiten
9,99 Euro
ISBN 9783956497353

Freitag, 12. Januar 2018

Buchrezension: "Historische Serienmörder - Menschliche Ungeheuer vom späten Mittelalter bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts" Band 2

Inhalt:
In diesem Buch geht es um Serienmörder wie:
Die Familie Pämb - die Pappenheimer
Die Marquise de Brinvilliers
Die Engelmacherin Elisabeth Wiese
Frank Louis Koch
Joseph Smith
Karl Denke
Eugen Weidmann

vielleicht sagt euch so schon der ein oder andere Name etwas...

Meine Meinung:
Auch dieses Buch über Serienmörder fand ich wieder sehr interessant und es konnte mich weitestgehend auch fesseln. Lediglich mit der Familie Pämb (die Pappenheimer) hatte ich so meine Probleme. Dafür habe ich sehr lange gebraucht beim Lesen, was vor allem an der Sprache liegt - es wurde hier die damalige Sprache verwendet. Das lässt sich natürlich nicht unbedingt einfach lesen, wie ihr euch mit Sicherheit denken können. Trotzdem ist auch das echt interessant, man muss es denke ich nur lesen wollen. Dafür gibt es allerdings auch einen Punkt abzug von mir. Ich weiß, dass der Verlag es bewusst macht, dass er die Berichte etc übernimmt, aber mit diesem hatte ich halt echt meine Probleme.

Die Marquise de Brinvilliers fand ich irgendwie ziemlich krass, da habe ich mich das ein oder andere Mal gefragt wie man so abgestumpft sein kann, so kalt. Sie gibt ihren Opfern Gift und tötet somit teilweise auf eine sehr langwierige Art...schon allein bei dem Gedanken daran muss ich mich schütteln.

Die Engelmacherin Elisabeth Wiese, die Kinder ermordet, nachdem sie diese den Müttern abgeschwatzt hat, und angeblich zu Eigen nehmen wollte, bzw einer Frau überlassen wollte, die sie zu eigen nimmt, fand ich auch krass. Wie kann man mit Kindern so umgehen. Ich finde es immer besonders schlimm, wenn Kinder betroffen sind, denn da muss ich immer sofort daran denken, wie wehrlos diese eigentlich sind. Vor allem trifft es hier Babys...das macht es für mich umso schlimmer und ich hatte beim Lesen teilweise echt Tränen in den Augen. Die Engelmacherin hat mich sehr betroffen gemacht...

Joseph Smith, war einfach abgebrüht und hat auf ziemlich bestialische Weise gemordet. Die Frauen sind in der Badewanne ertrunken...er hat sich selbst immer einen anderen Namen gegeben, die Frau geheiratet und sie eine Lebensversicherung zu seinen Gunsten abschließen lassen...um dann das Geld zu bekommen. Wie ich finde ist Habgier auch ein heftiger Mordgrund...

Über Karl Denke hat der ein oder andere bestimmt schon etwas gehört. Oftmals kommt bei der Berichtserstattung über ihn auch der Name Fritz Haarmann zu Tage, was vor allem daran liegt, dass dieser 4 Tage bevor das erste Verbrechen von Karl Denke aufgedeckt wurde, verurteilt wurde. Bei Karl Denke schockt es mich, dass er die Leichen gekocht hat und vermutlich auch gegessen hat (nachgewisen werden konnte ihm dies jedoch nicht). Erschreckend ist auch wie viele Menschen er ermordet hat, und auf welche hinterhältige Weise dies zumeist geschah.
Gerade über ihn mehr zu erfahren fand ich sehr interessant und ich würde jetzt gern noch wesentlich mehr über ihn lesen, und werde das vermutlich auch irgendwann machen, da er mich irgendwie auf gewisse Art und Weise fasziniert.


4 von 5 Punkten

Kirchschlager Verlag
Gebundenes Buch
286 Seiten
22,00 Euro
ISBN 9783934277250

Dienstag, 9. Januar 2018

Buchrezension: Anja Schenk "Frag den Wind, kleine Flocke"

Inhalt:
Durch einen kräftigen Windstoß werden alle Schneeflocken durcheinander gewirbelt. Dadurch wird die kleine Flocke von ihrer Familie getrennt. Die kleine Flocke findet das sehr gemein vom Wind und möchte zurück zu ihrer Familie. Dabei trifft sie auf die verschiedenen Tiere usw...aber niemand hilft ihr, alle schicken sie zum Wind...

Meine Meinung:
Dieses Kinderbuch ist sehr niedlich. Es eignet sich hervorragend zum Vorlesen und für Kinder die selbst lesen können auch dazu. Die Schrift ist recht groß gehalten, so dass diese sich auch für Leseanfänger eignet. Aufgrund der vielleicht eher unbekannteren Worte, sollte aber schon ein gewisses Leseverständnis vorhanden sein.
Die Bilder sind toll, sie sind recht schlicht, also ich finde auf einer Seite ist nicht zu viel. So haben die Kinder wirklich die Möglichkeit das Bild genau in sich aufzunehmen. Das Bild passt auch immer zum Text, was ich persönlich bei Kinderbüchern sehr wichtig finde. Ich mag es nicht, wenn zu viel auf einer Seite zu sehen ist, denn das lenkt die Kinder oftmals beim zuhören zu sehr von der Geschichte ab, da sie sich dann mehr auf das Bild konzentieren.

Die Kinder in der Kita, denen ich das Buch vorgelesen habe, fanden es toll, und haben auch vieles kommentiert. Was ja immer ein Zeichen dafür ist, dass sie der Geschichte gut folgen. Ich habe den Kindern hierbei immer erstmal Zeit gegeben, dass sie das Bild betrachten konnten, bevor ich weiter gelesen habe. Manchmal haben sie auch etwas zu dem Bild erzählt.

Empfehlen kann ich das Buch für Kinder ab ca 3 Jahren, auch diese Kinder haben teilweise schon sehr intensiv zugehört, auch wenn sie wahrscheinlich nicht immer alles der Geschichte aufnehmen können, aber man kann es ja öfter vorlesen, was für die Kinder so oder so wichtig ist.

Ich finde die kleine Flocke echt niedlich und kann ihre Angst, Trauer und auch die Wut gegenüber dem Wind gut verstehen, denn dies alles kommt in dem Buch gut hervor. Auch die Kinder konnten schon sagen, dass die Flocke traurig ist.

Das Ende ist sehr niedlich, wie auch das gesamte Buch. Ich finde es sehr kindgerecht und werde es auf jeden Fall auch gern immer wieder vorlesen - und hoffe, dass die Kinder dies auch oft verlangen.

Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, zum Vorlesen, zum Selbstlesen, zum gemeinsamen Lesen.

5 von 5 Punkte

Anja Schenk
Broschiert
36 Seiten
4.99 Euro
ISBN 9783000583261

Sonntag, 7. Januar 2018

E-Book Rezension: Robert McCammon "Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal - Band 2"

Inhalt:
1699 in den Carolina-Kolonien Amerikas …

Die Einwohner von Fount Royal sind überzeugt, dass eine Hexe für die unerklärlichen Tragödien in ihrem Dorf verantwortlich ist. Sie verlangen, dass die schöne Witwe Rachel Howarth vor Gericht gestellt und wegen Hexerei hingerichtet wird.
Der Prozess wird vom reisenden Richter Isaac Woodward mithilfe seines scharfsinnigen jungen Gerichtsdieners Matthew Corbett geführt.
Matthew glaubt an Rachels Unschuld und muss sich bald dem wahren Bösen stellen, das in Fount Royal umgeht …

Meine Meinung:
Auch Band 2 hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich fand ihn sogar wesentlich spannender, als den ersten Band. Obwohl es schon einige Zeit her war, dass ich Band 1 gelesen habe, so bin ich doch in Band 2 gut reingekommen.
Es war wirklich von vorne bis hinten spannend, so dass mir das Lesen sehr viel Freude bereitet hat und ich vom Buch gefangen war.

Die Charaktere durfte ich hier noch mehr kennen lernen, und ich kann sagen, dass ich Matthew einfach klasse finde. Er ist ein starker Mann, der nach "seinen Regeln" lebt und sehr genau weiß was er will. Sein Denken ist nich so festgesetzt, wie das von den älteren Herrschaften in diesem Buch, er versucht vieles auch aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten...und das ist auch sehr gut so.

Die Satzsstruktur und vor allem die Wortwahl ist einfach wieder klasse. Hier mal ein Beispiel:

"Plötzlich verstand er, warum Menschen das Bedürfnis hatten, Dörfer und Städte zu bauen und sie mit Palisaden zu umringen: Es war nicht nur, um sich vor den Indianern und wilden Tieren zu schützen, sondern auch. um sich die Illusion von Kontrolle in einer Welt zu erhalten, die zu groß war, um gezähmt zu werden."

"Oh ja. Sie machen alle weiter. Mit verkrüppelter Seele und zerstörten Idealen machen sie weiter. Und im Laufe der Jahre vergessen sie, was sie verkrüppelt und gebrochen hat. Mit zunehmenden Alter akzeptieren sie es immer wohlwollender, so als wären Verkrüppelung und Zerstörung die Geschenke eines Königs. Und dann werden die gleichen Hoffnungen und großen Ideale in jüngeren Menschen als dumm und unwichtig angesehen...als etwas, das verkrüppelt und zerstört wird, weil jeder einfach weitermacht"

Die Geschichte ist schon sehr verstrickt, und genau das macht sie auch sehr undurchsichtig und auch sehr spannend. Es passiert vieles Unvorhergesehenes, gerade dann wenn ich dachte jetzt kann eigentlich nichts mehr passieren, oder jetzt kann es nicht mehr schlimmer kommen...doch das ging, es ging immer noch schlimmer oder auf und ab...
Auch die Beschreibungen sind wieder super. Ich konnte mir alles total gut vorstellen, die Kälte fühlen, die Wärme spüren. Ängste miterleben, Hoffnung die auch ich hatte... ich habe richtig mit den Protagonisten mitgefiebert.
Festgestellt, wie sehr ich mich in manchen Personen doch getäuscht hatte... doch hierauf gehe ich jetzt nicht näher ein, denn das würde auf jeden Fall zu viel verraten und ihr sollt doch selbst die Spannung und alles noch spüren können.

Gerade mit dem Ende habe ich auch überhaupt nicht gerechnet - was natürlich super ist. Das Ende finde ich sehr klasse.

Ich kann dieses Buch weiterempfehlen. Auf jeden Fall sollte man aber zunächst Band 1 lesen, denn sonst versteht man nicht, was in diesem Band vor sich geht.

5 von 5 Punkten

Luzifer Verlag
E-Book
Seitenzahl der Printausgabe: 500
7,99 Euro
ASIN: B06Y3JJJVT

Mittwoch, 3. Januar 2018

Buchrezension: Kallentoft & Lutteman "Die Fährte des Wolfes"

Inhalt:
Musik, Partyexzesse, Drogen. Zack Herry ist kein Unbekannter in Stockholms Nachtleben. Doch das ist nicht alles. Er ist das jüngste Mitglied einer Sondereinheit und einer der unberechenbarsten Ermittler der Stadt. Als in einem Massagesalon vier Frauen ermordet werden, macht sich Zack auf die Suche nach dem Killer.

Zack Herry hat eine glänzende Karriere bei der Stockholmer Polizei hingelegt. Als Mitglied einer Sonderkommission jagt der junge Polizist die Kriminellen der Stockholmer Unterwelt. Nachts zeigt sich jedoch seine dunkle Seite. Zack hängt in Clubs ab, konsumiert unkontrolliert Kokain und lässt sich auf Schlägereien ein. Während ihm die internen Ermittler auf den Fersen sind, versucht Zack herauszufinden, warum vier thailändische Frauen in einem Massagesalon gnadenlos hingerichtet wurden. Handelten die Mörder aus blindem Frauenhass oder steckt ein rassistisches Motiv hinter dem Mordanschlag? Als eine Zeugin zugibt, dass auch illegaler Frauenhandel nicht auszuschließen ist, geraten die um das Prostitutionsmonopol konkurrierenden Banden der Stadt in Zacks Blickfeld. Doch woher stammen die brutalen Bisswunden am Körper einer der Frauen? Und sind möglicherweise noch weitere Personen in Gefahr?

Meine Meinung:
Dieses Buch war super spannend und ereignisreich. Mich konnte es echt begeistern.
Zunächst hatte ich ein bisschen Schwierigkeiten mit Zack, ich konnte ihn nicht so richtig einordnen und er hat mich ein wenig irritiert. Zum Glück ging das schnell vorbei und ich habe Sympathien für ihn entwickeln können. So hat mich das Buch noch mehr in seinen Bann gezogen.
Zack ist anders, als andere Polizisten, das ist es auch, was ihn ausmacht. Es dauertet aber wie geschrieben etwas, bis ich mich damit richtig anfreunden konnte.

Die Idee dazu ist einfach genial. Morde im Milieu von Prostituierten, Asiaten...eigentlich nichts umwerfend besonderes...aber das wie es geschieht und warum, ist dann doch was besonderes. Und macht das Buch einzigartig. Achtung die Beschreibungen sind teilweise echt enorm hart, das fand selbst ich ekelig und ich bin sehr unempfindlich, was das angeht. Aber ich mag solche Beschreibungen die mich anekeln können sehr, das ist auch einer der Punkte, warum ich dieses Buch so brilliant finde. Weil es mich damit absolut hatte. Es geht durchgehend heiß her, es gibt keinen Moment, in dem die Langeweile mich überkam. Im Gegenteil, ich wollte unbedingt immer weiterlesen, weil ich wissen wollte, was Sache ist bzw was als nächstes passiert. Denn oftmals war mir irgendwie schon klar, da wird noch einiges passieren...brutales, aber auch spannendes.
Ich wurde oft auf den falschen Gleis geführt, wenn ich dachte ich habe die Lösung, wurde sie kurze Zeit später wieder zerschossen, so dass ich wieder mit vielen Fragezeichen im Kopf da stand. Das sind auch die Momente, in denen die Spannung erneut hoch kocht und mich ganz gefangen nimmt.

Wer es spannend mag und wem blutige Beschreibungen nicht zu viel sind, dem empfehle ich dieses Buch auf jeden Fall. Nehmt euch Zeit zum Lesen, denn so einfach werdet ihr das Buch nicht aus der Hand legen. Ich habe teilweise bis mitten in die Nacht gelesen....aber auch in kurzen Momenten, in denen ich mal 10 Minuten Zeit hatte - auch wenn es mich dann geärgert hat, dass ich es wieder weglegen musste...aber ich wollte unbedingt wissen wie es endet.
Ich habe mit dem Ende nicht gerechnet, aber es sagt mir sehr zu.

5 von 5 Punkten

Tropen Verlag
Taschenbuch
16,95 Euro
458 Seiten
ISBN 9783608503751

Dienstag, 2. Januar 2018

E-Book Rezension: A. Lena Kahnau "Juli im Winter"

Inhalt:
„Du bist deines eigenen Glückes Schmied.“
In diesem Glauben wurde Juli großgezogen und dementsprechend selbstbewusst geht sie durch die Welt.
Juli ist klug, charmant und beliebt.
Als eine neue Mitschülerin in ihre Klasse kommt, ahnt sie nicht, dass diese ihr sehr bald zeigen wird, wie falsch sie lag.
Julis Leben gleicht plötzlich einem Sturzflug, dessen Ausgang ungewiss ist.


Meine Meinung:
 Dieses Buch ist so toll. Vor weg möchte ich die gleiche Warnung aussprechen, die auch die Autorin bei Amazon hat. Dieses Buch dreht sich um das Thema Mobbing, wenn dich das Thema selbst betrifft, kann es sein, dass dich dieses Buch besonders mitnimmt. Solltest du es aber schon angefangen haben, dann lies es wirklich am besten bis zum Schluss - inklusive Schlusswort.

Ich fand das Buch sehr emotional und habe regelrecht mit Juli mitgelitten. Sie tat mir oftmals so unendlich leid. Zunächst muss Juli mit dem Tod von ihrer Schwester klar kommen, was für sie nicht immer leicht ist. Sie wechselt nach diesem die Schule und kommt auf ein Internat. Zunächst ist dort noch alles super, sie hat viele Freunde und ist beliebt...doch dann kommt Nessa...und ich kann sagen, ich habe sie gehasst, sehr gehasst. Ich habe beim Lesen meine Hände zu Fäusten geballt, ich hatte richtige Aggressionen beim Lesen und habe mich gefragt wie man nur so sein kann. So hinterhältig, so gemein, so böse - mehr möchte ich hier gar nicht verraten, denn das würde spoilern.
Selten erfassen mich beim Lesen so große Hassgefühle gegenüber einer Protagonistin...aber Lena Kahnau hat es geschafft, sie hat mit ihrer Geschichte genau das ausgelöst.

Dieses Buch hat mich teilweise innerlich zerrissen. Es ist einfach so wahnsinnig. Vor allem, weil ich Juli am Anfang als eine sehr starke Person eingeschätzt habe. Eine Person, die sehr beliebt ist. Genau das sind Mobbingopfer ja oftmals nicht. Daher finde ich es in diesem Buch umso besser, da es so ein bisschen mit Vorurteilen ausräumt...jeder kann ein Opfer werden...auch Personen, die zunächst beliebt sind. Ich glaube, dass ist es auch, was für mich einen Großteil des Buches ausmacht. Wahnsinn ist es auch wie die Autorin die Gefühle von Juli beschreibt und alle Taten, die sie durchleben muss. Genau das löst das Emotionale bei mir aus. Das finde ich allerdings gerade bei diesem Thema auch enorm wichtig.

Teilweise hat mich dieses Buch sprachlos gemacht. Und ich musste es nach dem Lesen erstmal sacken lassen. Meist fange ich, wenn ich ein Buch beendet habe, gleich ein anders Buch an, in diesem Fall konnte ich es aber nicht - nicht mal annähernd. Ich musste in Ruhe drüber nachdenken und erstmal wieder zu mir finden.

Mich hat das Thema Mobbing früher auch betroffen, aber nie in so einem Ausmaß wie es in diesem Buch beschrieben ist. Bei mir war es dagegen noch recht harmlos. Und ich kann sagen, dass es mich stärker gemacht hat, so dass ich mich jetzt auch eher für "Schwächere" oder Mobbingopfer einsetzen würde - oder es zumindest versuchen würde. Bei mir hat das Buch keine Erinnerung an diese Zeit ausgelöst, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es Personen, die immer noch mit Mobbing oder dessen Folgen zu kämpfen haben, sehr trifft.

Was mir fehlte ist nur das keine Beratungsstellen in dem Buch drin ist, aber ich weiß, dass die Autorin dies noch ändern will, von daher gibt es dafür auch keinen Punktabzug.

Das Buch ist super emotional und es hat mir sehr sehr gut gefallen. Es macht auf ein Thema aufmerksam, was auch in der heutigen Gesellschaft sehr wichtig ist, weil es immer aktuell ist.

5 von 5 Punkten


2,99 Euro
196 Seiten
ASIN: B078BXK3T5