Freitag, 1. Mai 2020

Buchrezension: Daniela M. Fiebig "Der Wert des Kois"

Inhalt:

Nach dem Suizid ihres guten Freundes Dennis wird Johanna von Selbstvorwürfen getrieben: Sie muss eine Erklärung für Dennis' erschütternde Tat finden, muss wissen, dass sie nichts hätte tun können, um die Tragödie zu verhindern.
Letztlich führt sie die Suche nach Antworten in die eigene Vergangenheit, die eine verhängnisvolle Verknüpfung beider Familien verbirgt.



Meine Meinung:

Ich brauchte ein bisschen Zeit, um richtig in das Buch reinzukommen. Dies lag vor allem daran, dass ich Johanna zu Beginn zunächst sehr nervig und sehr gefühlskalt fand. Das mochte ich so gar nicht. Ich glaube, dass hat mir den Lesespaß zu Beginn auch ein bisschen eingeschränkt.
Ich konnte sie dann aber im Laufe des Buches doch noch besser verstehen und auch verstehen, warum sie entsprechend handelt, das klärt sich zum Glück alles auf.

Dennis und seine Beweggründe kann man als Leser zunächst nicht richtig einschätzen, man weiß nicht warum er gehandelt hat, wie er es getan hat. 
Allerdings hatte ich sehr schnell eine gewisse Ahnung, da er in dem einen Moment so reagiert hat, wie er es halt getan hat. Dieser Moment offenbart finde ich zu viel. Und diese Ahnung hat sich dann auch bewahrheitet. Das finde ich nicht so gut geglückt. 

Wie sich aber alles aufklärt, das finde ich super gemacht. 

Das Wort "Schuld" findet in dem Roman viel Raum, es ist ein wie ich finde sehr hartes Wort. Dadurch regt das Buch dann auch zum Nachdenken an.  Somit ist es auch kein Buch, welches man einfach so nebenbei lesen kann. Gerade weil man selbst viel ins Nachdenken rutscht. 

Es zeigt irgendwie auch, wie wichtig es ist, mit der Vergangenheit im Reinen zu sein. Vor allem zeigt es, was passieren kann, wenn man das nicht ist.

Mit kleinen Einschränkungen hat mir das Buch letztendlich dann doch gut gefallen.

3 von 5 Punkten


Taschenbuch
325 Seiten
12,50 Euro
ISBN: 9783752943986

Montag, 27. April 2020

Rezension: Stephanie Drechsler "Die Wächter der Aristeia"



Inhalt:

Zombieapokalypse. 
Nach dem Ausbruch der Untoten trifft Tara auf eine kleine Gruppe, die sich in Sicherheit vor den Zombies bringen will. Da dies abermals scheitert, beschließen sie einen neuen, geschützten Staat zu errichten, um die Werte der Menschen aufrechtzuerhalten und die Normalität wiederherzustellen. Damit ihnen dies gelingt, müssen sie sich vielen Dilemmata, der Tierethik, den lebenden und toten Feinden und schließlich sich selbst stellen.



Meine Meinung:

Bei diesem Buch dauerte es ein bisschen, bis ich mich auf die Geschichte einlassen konnte. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich länger kein Fantasy mehr gelesen habe, und mit Zombies glaube ich hab ich noch nie was gelesen.
Als ich mich dann auf die Geschichte eingelassen habe, was nach ca 40 Seiten der Fall war, hat mir diese echt sehr gut gefallen. 

Die Geschichte ist wahnsinnig gut durchdacht und es gibt viele Spannungshöhepunkte. Die Spannung ist durchgehend vorhanden, weil immer wieder etwas passiert...es passieren auch einige Dinge, die ich nicht vorhergesehen habe. Dadurch hat es mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. 
Gerade durch die Spannung und da es mir leicht fiel mich in Tara einzufühlen, habe ich stark mitgefiebert. Ich wollte immer wissen, was ihr noch alles passiert - und das will ich auch nach dem ich mit dem ersten Band fertig bin immer noch. 

Die Protagonisten sind sehr passend. Ich habe gegen einige Abneigungen, andere mag ich - dies macht das Buch perfekt.

Tara finde ich total klasse, sie ist mir sofort sympathisch und wie sie sich verändert, finde ich total klasse. Sie entwickelt sich im Laufe des Buches, durch die Erfahrungen, die sie macht weiter. Sie wird auf ihre Art und Weise mutiger und stärker - das bewundere ich sehr.

Adrian ist weitestgehend auch toll, aber ich finde dass er sich manchmal mehr für Tara hätte einsetzen müssen - aber dann wäre der Verlauf der Geschichte auch ein ganz anderer - von daher passt das eigentlich schon so. 
Manchmal bin ich aber total entsetzt über ihn, da frage ich mich dann was in ihm vorgeht - ob er überhaupt mal nachdenkt.

Dennis finde ich gerade zu Beginn total schrecklich, ich glaube unsympathischer hätte er mir da nicht sein können. Ich finde es dann aber auch spannend zu lesen, warum er so ist, wie er ist. 

Melly geht überhaupt gar nicht. Sie ist einfach schrecklich und zum "an die Wand klatschen".

Es ist der Autorin sehr gelungen, die Veränderungen der Gruppe, der Umgebung aufzuschreiben, so dass ich mir dies alles sehr gut vorstellen konnte...ich konnte vor meinen Augen sehen, wie sich einiges verändert...und was das dann auch mit den Menschen gemacht hat. Die Emotionen waren alle sehr deutlich spürbar. Auch dies finde ich sehr gut.

Und da ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht, habe ich mir mittlerweile auch schon Band 2 bestellt. Da bin ich schon sehr gespannt drauf und werde das Buch auf jeden Fall zeitnah zur Hand nehmen.

5 von 5 Punkten


Books on demand
Taschenbuch
12,99 Euro
391 Seiten
ISBN: 9783741286025

Freitag, 24. April 2020

Buchrezension: Rowan Coleman "Einfach unvergesslich"



Inhalt:

Neuerdings weiß Claire nicht mehr, welcher Schuh zu welchem Fuß gehört. Oder wie das orangefarbene Gemüse heißt, das auf dem Herd köchelt. Und manchmal geht sie im Pyjama spazieren. Sie weiß, dass das nicht normal ist. Und so schreibt sie, noch bevor die letzte Erinnerung verblasst, all die großen und kleinen Momente der vergangenen Jahre nieder. Wohl wissend, dass diese Gedankenschnipsel schon bald das Einzige sein werden, was ihrer Familie von ihr bleibt. Dabei gibt es noch so viel zu erledigen: Sie muss sich mit ihrer Tochter versöhnen und ihrem Mann zeigen, wie sie die Lieblingslasagne ihrer Kinder zubereitet. Sie muss ein letztes Mal leben, frei sein, sich vielleicht auch neu verlieben. Denn wenn die Zeit davonrennt, ist jede Minute kostbar.


Meine Meinung:

Der Einstieg fiel mir recht schwer, da wusste ich leider noch nichts mit dem Buch anzufangen, war mir auch nicht sicher, ob ich es nicht lieber abbreche. Einige Seiten später hat sich dies jedoch geändert, so dass mir das Buch dann doch noch sehr gut gefiel. Es lohnt sich auf jeden Fall, wenn ihr nicht gleich zu Beginn abbrecht.
Ab dem Zeitpunkt habe ich dies Buch dann als eine rührende Geschichte angesehen, die es geschafft hat mich zu berühren. Dies zieht sich dann durch das restliche Buch durch. Bei etwa der Hälfte des Buches hatte ich sogar kurzzeitig Tränen in den Augen. Es ist wirklich sehr detailreich geschrieben, so dass ich mir das Verhalten von Claire gut vorstellen konnte, und auch beim Lesen gemerkt habe, wie schwer es den anderen Protagonisten manchmal fiel damit umzugehen.

Für Claire muss dies unheimlich schwer sein, ich denke gerade in ihren klaren Momenten wird ihr vieles bewusst, was hätte sein können. Sich in so jungen Jahren mit so einer Krankheit "anfreunden" zu müssen, ist bestimmt sehr hart.

Greg tut mir so leid, es muss so schwer für ihn sein, dass Claire ihm gegenüber so abweisend ist und sich auch nicht richtig an diese Liebe erinnern kann. Das muss so unglaublich weh tun.

Caitlin Verhalten kann ich gut verstehen, auf sie stürmt so vieles zeitgleich ein, was ihr Leben alles auf die eine oder andere Art verändern wird.

Der Schreibstil ist wundervoll, er ist sehr bildhaft und sehr gefühlvoll.

Das Buch ist traurig und hoffnungsvoll zugleich. Das bewundere ich sehr an diesem Buch.

4 von 5 Punkten


die Originalausgabe ist erschienen bei:

Piper
Taschenbuch
11,00 Euro
416 Seiten
ISBN: 9783492308021

Dienstag, 21. April 2020

Buchrezension: Daniela Arnold "Mittsommerblut"



Inhalt:

Ein Wochenende am Bodomsee endet für vier junge Leute in einer Katastrophe: Der achtzehnjährige Noel stirbt qualvoll, sein Kumpel wird schwer verletzt und ihre beiden Freundinnen verschwinden spurlos. Das Team um Polizeihauptkommissarin Janne Göös steht vor einem Rätsel, denn der Fall erinnert an ein grauenvolles Verbrechen aus den 1960er Jahren, das nie aufgeklärt wurde. Handelt es sich um einen Nachahmungstäter? Kurz darauf verschwinden wieder drei Menschen. Zeitgleich taucht die Leiche eines lang vermissten Mädchens auf, das laut Obduktion erst Jahre nach seiner Entführung starb. Für Janne und ihr Team beginnt ein erbarmungsloser Wettlauf gegen die Zeit. Können sie diesen Wahnsinnigen stoppen, bevor noch mehr junge Frauen sterben müssen?



Meine Meinung:

Ich habe bereits andere Bücher dieser Autorin gelesen, daher habe ich erwartet, dass sie sich treu bleibt, und das Buch auch wieder so spannend ist, wie die anderen. Leider ist das nicht der Fall. Diese Geschichte ist leider sehr vorhersehbar. Ich kam schon eine ganze Zeit vor der Aufklärung auf die Lösung. Da erwarte ich bei einem Thriller natürlich was anderes. Denn das nimmt auch einfach die Spannung. Es fehlte an Verwirrungen, daran, dass man seine eigene Lösung immer wieder verwirft... 
Dies finde ich sehr schade, denn die Idee ist eigentlich sehr gut, auch was alles eine Rolle spielt, gefällt mir gut. Ich denke die Autorin wollte mit diesem Buch auch ein bisschen aufrütteln. Vermutlich hätte sie dies aber besser geschafft, wenn die Spannung mehr durch gedrungen wäre. 

Die Protagonisten sind dagegen gut gelungen: 
Leni finde ich klasse und sehr mutig. Sie geht ihren eigenen Weg, was ich bewundere. Ich kann sie auch sehr gut verstehen. 
Von einigen Protagonisten war ich sehr geschockt. Es war von manchen Personen ein Augen verschließen...bei anderen steckt was anderes dahinter - auf das kann ich nicht näher eingehen, denn das würde euch auch den letzten Rest Spannung nehmen.

Die Beschreibungen waren gut. Sie waren ausdrucksstark.

Ich hoffe, dass mein nächstes Buch von dieser Autorin besser wird.


3 von 5 Punkten


CreateSpace Independent Publishing Platform
Taschenbuch
276 Seiten
9,98 Euro
ISBN: 9781722278021

Samstag, 18. April 2020

Buchrezension: Andreas Winkelmann "Tief im Wald und unter der Erde"



Inhalt:

Es lebt tief im Wald. Es verfolgt dich. Und es tötet …

Eine einsame Bahnschranke im Wald, dunkle Nacht. Seit an diesem Ort vier ihrer Freunde bei einem mysteriösen Unfall ums Leben kamen, wird Melanie von panischer Angst ergriffen, wenn sie hier nachts anhalten muss. Denn jedes Mal scheint es ihr, als krieche eine dunkle, schemenhafte Gestalt vom Waldrand auf ihren Wagen zu. Niemand glaubt ihr – bis die junge Jasmin Dreyer verschwindet, und ihr Fahrrad an der Bahnschranke gefunden wird …


Meine Meinung:

Dies ist mein erstes Buch von Andreas Winkelmann. Ich bin mit der Erwartung ran gegangen, dass ich einen Autor kennenlerne, der Thriller schreibt, von dem ich bisher noch nichts gelesen habe. Ich habe natürlich Spannung erwartet und eine gute Geschichte.
Diese Erwartungen wurden erfüllt und ich kann jetzt schon sagen, dass ich auf jeden Fall noch weitere Bücher von Andreas Winkelmann lesen werde.

Das Buch beginnt schon spannend, und diese Spannung kann durchgehend aufrecht erhalten werden. Dies konnte mich schon begeistern. 

Ich bin ein Fan von schonungslosen Beschreibungen, Beschreibungen die brutal, blutig sind...diese habe ich in diesem Buch bekommen. Die Beschreibungen sind schon sehr heftig - demnach ist das Buch auch nichts für schwache Nerven. 
Schon allein wenn die Gestalt im Wald beschrieben wurde, lief es mir kalt den Rücken runter. Dem Autor ist es gelungen, dass die Angst der Protagonisten sich auch auf mich überträgt. Ich finde es immer spitze, wenn ich mit den Protagonisten mitfühlen kann, denn das macht das Buch immer spannender und lässt einen selbst viele Gefühle durchleben, während man ein Buch liest. Es ist dadurch einfach näher dran.
Auch die Sorge und Verzweiflung von Nele - der Kommissarin -  konnte ich gut nachvollziehen. Ihre Gefühle ergeben auf jeden Fall viel Sinn, sie passen einwandfrei zur Geschichte. Das ist einfach großartig.
Auch die Angst von Anou ist für mich deutlich spürbar und passend. Ebenso ihre Enttäuschung, die an der einen Stelle gut zum Vorschein kommt.

Die Protagonisten gefallen mir insgesamt sehr gut. Anou mag ich sehr, sie ist eine tolle Person und sehr offen. Ich bewundere ihre Stärke, und ihren Mut. Alle ihrer Entscheidungen kann ich nicht für gut heißen - was ich damit meine, müsst ihr einfach selbst lesen. Aber nachvollziehbar sind diese Entscheidungen dennoch, da sie aus starken Gefühlen entsprungen sind.

Nele verändert sich im Laufe der Geschichte schon ein wenig, sie wird offener und traut sich in gewisser Weise mehr. Das finde ich spannend zu lesen und total klasse. Es passt einfach zu dem, was ihr widerfahren ist. Allerdings verstehe ich auch ihren Zwiespalt -  der gerade zu Beginn dieses Buches sehr deutlich wird - sehr gut. 

Das Buch ist flüssig zu lesen, was wohl auch an der intensiven Spannung liegt, die man als Leserin durchmacht. Ich habe dieses Buch daher auch verschlungen. 

Die Geschichte ist einfach krass. Die Idee ist großartig und sehr gut umgesetzt.

Wahnsinn, was nach und nach über den Mörder raus kommt. Das ist einfach spannend gemacht und wirkt auch realistisch.



5 von 5 Punkten



Goldmann Verlag
Taschenbuch
410 Seiten
10,00 Euro
ISBN: 9783442489459

Mittwoch, 15. April 2020

Buchrezension: Anna Johannsen "Der Mann auf der Hallig"



Inhalt:

Auf einer Sandbank vor Hallig Hooge wird die Leiche von Klaas Rieckert gefunden, der offensichtlich vor dem Ertrinken an Armen und Beinen gefesselt wurde. Die Obduktion bringt ein überraschendes Ergebnis: Die DNA des Halligbewohners wurde vor zehn Jahren im Rahmen eines aufsehenerregenden Falles im Polizeisystem registriert und weist ihn als mutmaßlichen Dreifachmörder aus. 
Obwohl Lena Lorenzen gerade mit ihrem Lebensgefährten Erck ihr privates Glück genießen könnte, will sie den Fall unbedingt selbst übernehmen. Sie ist überzeugt, dass eine große SoKo in der kleinen Welt der Hallig wenig Chancen hat, an relevante Informationen zu kommen. Nach den ersten Befragungen der Angehörigen muss sich die Inselkommissarin schnell entscheiden, welchen Ermittlungsansatz sie verfolgen will: Liegt der Schlüssel zur Aufklärung des Mordes im engen Beziehungsgeflecht auf Hooge oder in der dunklen Vergangenheit des Opfers auf dem Festland?



Meine Meinung:


Da ich die anderen Bücher über die Inselkommissarin bereits kenne, bin ich mit hohen Erwartungen an dies Buch ran gegangen. Diese wurden jedoch leider nicht erfüllt. Das Buch kann leider mit den ersten 3 Fällen nicht mithalten. Dies finde ich sehr schade.

Gerade zu Beginn fehlt mir die Spannung total, da sind die anderen Bücher dieser Autorin bereits zu Beginn spannender. Diese Spannung baut sich zwar noch auf und am Ende ist das Buch dann auch sehr spannend, aber bei einem Krimi erwarte ich, dass dieser gleich zu Beginn schon spannend ist, oder zumindest im 1/3 die Spannung beginnt.


Lena finde ich in diesem Buch gerade in der Mitte sehr komisch, da verstehe ich sie zunächst überhaupt nicht - auch das machte die Geschichte recht schwierig. Denn so wie sie sich da verhält ist, das eigentlich nicht ihre Art. Aber es hat mich dann neugierig gemacht, warum sie so handelt, wie sie es tut - das klärt sich auch später im Buch noch auf. Schmunzeln musste ich immer, wenn Lena Johann verbessert hat, wenn er zu Hallig Hooge mal wieder Insel gesagt hat, da hat sie sofort gesagt, dass es eine Hallig ist, oder ihn schief von der Seite angeschaut, damit er es merkt. 

Die Beschreibungen der Hallig sind gut, diese stell ich mir sehr schön vor, ich könnte mir glaube ich aber dennoch nicht vorstellen da zu leben - dazu wäre es mir dort einfach zu einsam. 

Der Fall an sich bringt dann noch viele Überraschungen mit sich, irgendwie ist er doch sehr kurios, und ich bin überrascht über das Motiv. Damit hätte ich dann wirklich nicht gerechnet.


Leider ist es der Autorin nicht gelungen mich von diesem Buch zu überzeugen. Da mir ihre anderen Bücher aber gut gefallen, werde ich dennoch ein weiteres Buch von der Autorin lesen, in der Hoffnung, dass sie mich damit dann wieder überzeugen kann.


3 von 5 Punkten



Edition M
Taschenbuch
303 Seiten
9,99 Euro
ISBN: 9782919804960


Samstag, 11. April 2020

Buchrezension: Soren Sveistrup "Der Kastanienmann"



Inhalt:

Es ist ein stürmischer Tag in Kopenhagen, als die Polizei an einen grauenvollen Tatort gerufen wird. Auf einem Spielplatz liegt die entstellte Leiche einer jungen Frau. Und der Täter hat eine unheimliche Botschaft hinterlassen: Über dem leblosen Körper schwingt eine kleine Puppe aus Kastanien im Wind. Kommissarin Naia Thulin und ihr Partner Mark Hess stehen vor einem Rätsel. Denn die Figur trägt den Fingerabdruck eines Mädchens, das ein Jahr zuvor ermordet wurde – die Tochter der Politikerin Rosa Hartung. Und dann taucht ein zweites Kastanienmännchen auf …


Meine Meinung:

Das Buch geht sehr schnell spannend los. Ab da nimmt die Geschichte dann Stück für Stück Fahrt auf und wird immer spannender und vor allem in gewisser Weise auch brutaler. Allerdings brauchte ich ein bisschen um in das Buch reinzukommen, was daran liegt, dass mir die Namen doch sehr fremd sind. Es sind Namen die ich bisher noch nicht gehört habe. Als ich mich dann aber mit ihnen angefreundet habe, war es super.

Die Leichen sind sehr detailreich beschrieben, das mag ich sehr - ist aber bestimmt nichts für jemanden mit schwachen Nerven. Gerade dabei hab ich mich auch gefragt, wie der Täter so brutal sein kann, was ihn dazu bewegt - denn das es dazu eine Hintergrundgeschichte geben musste, war mir eigentlich sehr schnell klar. Denn das macht man nicht einfach so, so mordet man nicht einfach.

Die Protagonisten finde ich sehr gut gestaltet. 
Thulin weiß glaube ich sehr genau, was sie will. Sie wirkt auf mich sehr stark - was sie bei der Bearbeitung von so einem Fall aber auch sein muss. Manchmal ist sie allerdings sehr Zwiegestalten, hört dann aber dennoch auf ihren Bauch - das finde ich sehr toll. Sie zieht bei den Ermittlungen nicht nur ihren Verstand zu Rate, sondern sieht und fühlt das Ganze. Und ich denke gerade bei solchen Ermittlungen muss man alles in Betracht ziehen.
Hess ist erst schwierig zu durchschauen, am Anfang mag ich ihn tatsächlich nicht, das ändert sich aber zum Glück nach einer gewissen Zeit. Seine Gedanken und damit einhergehenden Handlungen sind sehr gut nachvollziehbar. Das beeinflusst die Ermittlungen oftmals auch. 
Rosa und Steen tun mir total leid - es wurde schon gleich zu Beginn klar, dass ihnen was schreckliches widerfahren ist. Und es kommt sogar noch schlimmer... mehr verrate ich euch hier aber nicht, das müsst ihr einfach selbst lesen.

Gerade das letzte Drittel des Buches ist dann so dermaßen spannend, das ich das Buch nicht aus der Hand gelegt habe... wer kennt es nicht "Ein Kapitel geht noch". So ging es mir bei diesem Buch auf den letzten 200 Seiten sehr stark. 

Die Geschichte ist gut durchdacht, und ich selbst bin nicht auf die Lösung gekommen, erst da, als sie angedeutet wurde. Und sie hat mich mit Schrecken erfüllt.

Ein absolut lesenswertes Buch.


5 von 5 Punkten


Goldmann Verlag
Taschenbuch
15,00 Euro
606 Seiten
ISBN: 9783442315222