Donnerstag, 10. Mai 2018
Thomas Finn "Lost Souls"
Inhalt:
Der Autor hat in diesem Buch die Rattenfänger Sage von Hameln mit eingebracht. Jessika ist Archäologin und erst kurzlich in die Nähe von Hameln gezogen. Da bittet man sie in Coppenbrügge einen Fund zu untersuchen, bei Umbauarbeiten einer Kirche ist der Boden eingestürzt und eine Gruft mit einem Sarkophag freigelegt. Der Bauarbeiter wurde bei dem Unfall, von Ratten in dieser Gruft zerbissen und so getötet. Jessika findet in dieser Gruft einen Hinweis zur Rattenfängersage von Hameln...Jessika beschließt dem auf den Grund zu gehen. Währenddessen passieren in Hameln und der Umgebung einige merkwürdige Angriffe von Ratten...
Meine Meinung:
Ganz am Anfang des Buches steht die Rattenfängersage von Hameln. Dies hat mir schon sehr zugesagt, denn ich wollte das Buch unbedingt lesen, da es um die Rattenfängersage geht. Dazu sei gesagt, ich bin mir dieser Sage aufgewachsen, da ich in der Nähe von Hameln lebe. Umso reizvoller war dieses Buch dadurch für mich. Ich bin daher auch mit sehr großen Erwartungen an dieses Buch ran gegangen und ich kann sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde - das schon mal vorweg.
Das Buch steigt gut ein, schon im ersten Kapitel geht es mir den Ratten heiß her. Die Beschreibungen konnten bei mir Angst und Ekel hervorrufen und dies, obwohl ich zumindest die Ratten, die als Haustiere gehalten werden, sehr mag.
Der Autor bringt auch Drudenfüße in die Geschichte ein, auch dies sagt mir sehr zu, da ich das auch als ein spannendes Thema empfinde, diese sind auch super passend in das Buch eingearbeitet.
Insgesamt konnten mir die Beschreibungen oft eine Gänsehaut bescheren und ein beängstigendes Gefühl zurück lassen. Einige Momente waren für mich irgendwie echt ein Schock und ich hätte damit auf keinen Fall gerechnet. Die Beschreibung des Hauses zum Beispiel lässt mich sofort an ein Haus in irgendeinem Horrorfilm denken..und dann kommt noch das Gewitter dazu, das lässt es gleich alles noch unheimlicher wirken. Ich glaube ich wäre gegangen und hätte das Haus ganz schnell hinter mir gelassen...
Schon die ersten 100 Seiten habe ich verschlungen, während dieser habe ich das Buch nicht einmal aus der Hand gelegt. Ich wollte zwar eigentlich schlafen gehen, aber ich konnte es nicht so leicht. Das Buch lässt sich auch einfach super flüssig lesen, bedingt durch den tollen Schreibstil und die Spannung, die das gesamte Buch über vorhanden ist. Immer wieder passieren Dinge, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet habe. Gegen Ende wird alles Stück für Stück aufgeklärt, so bleibt die Spannung auch noch sehr hoch, da man als Leser nicht alles gleichzeitig erfährt.
Dazu kann ich auch noch sagen, dass die Kapitel eine tolle Länge haben. Auch die Titel der Kapiel sind immer passend zum jeweiligen Kapitel gewählt - das hat mich auch sehr angesprochen.
Auf die Rattenfängersage wird im Laufe des Buches immer wieder eingegangen und manches dazu erklärt. Das finde ich total spannend. Wichtige Details sind recht ausführlich erklärt - vor so etwas habe ich ja oft ein bisschen Panik - aber hier ist es dem Autor sehr gut gelungen, dass die Geschichte auch in diesen Momenten total klasse ist.
Mit dem Ende habe ich so nicht gerechnet. Mit einer kleinen Begebenheit gegen Ende des Buches konnte mich der Autor sehr glücklich machen - allerdings kann ich euch nicht verraten mit welcher, denn das würde euch die Spannung nehmen.
Gut finde ich auf jeden Fall auch, dass der Autor zum Schluss nochmal auf Realität und Fiktion eingegangen ist und er über seine Rechercearbeiten berichtet.
Ich möchte jetzt ein bisschen auf die Protagonisten eingehen:
Jessika ist mir gleich sympathisch - auch wie sie in dem Gewölbe handelt finde ich sehr passend. Ich mag ihre Neugier und dass sie sich selbst nicht davon abhalten lässt, dass der Rest der Decke eventuell auch noch einstürzen könnte..sie möchte trotzdem schon einen Blick auf alles werfen.
Leonie mag ich auch sehr, sie tut mir vor allem total leid. Ich kann mir auch gut vorstellen, wie sie sich fühlen muss in eine so einsame Gegend zu ziehen - kurz nachdem Tod ihrer Mutter.
Wie sie dann auf Martin trifft, ist für mich echt unheimlich. Er ist mir total suspekt und ich kann ihn überhaupt nicht einschätzen.
Remy die Ratte von Leonie mochte ich zunächst sehr, auch als ihr Verhalten umschlug, hatte ich trotzdem irgendwie noch positive Gefühle für sie.
Ich kann euch dieses Buch bedingungslos weiterempfehlen. Ich werde bestimmt noch weitere Bücher von Thomas Finn lesen, da mir sein Schreibstil sehr zugesagt hat.
5 von 5 Punkten
Knaur
Taschenbuch
528 Seiten
9,99 Euro
ISBN: 9783426521762

1 Kommentar:
Huhu ;D
Von Thomas Finn habe ich auch schon 2 Bücher gelesen, eins fand ich mega, das andere eher mittelmäßig, bei dem hier weiß ich irgendwie noch nich so recht! Die Story klingt aber echt originell!
Vielen Dank für deine Rezi!
Liebe Grüße
Jessi
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