Montag, 18. November 2019
Buchrezension: David Lagercrantz "Verfolgung"
Inhalt:
Im Frauengefängnis Flodberga herrscht ein strenges Regiment. Alle hören auf Benito Andersson, die unangefochtene Anführerin der Insassinnen. Lisbeth Salander, die eine kurze Strafe absitzt, versucht tunlichst, den Kontakt zu vermeiden, doch als ihre Zellennachbarin gemobbt wird, geht sie dazwischen und gerät ins Visier von Benitos Gang. Unterdessen hat Holger Palmgren, Lisbeth Salanders langjähriger Mentor, Unterlagen zutage gefördert, die neues Licht auf Salanders Kindheit und ihren Missbrauch durch die Behörden werfen. Salander bittet Mikael Blomkvist, sie bei der Recherche zu unterstützen. Eine Bitte, die sie bald bereut.
Meine Meinung:
Es ist sehr lange her, dass ich die Vorgänger-Bücher gelesen habe. Ich kann mich tatsächlich nicht daran erinnern, ob Lisbeth da am Ende auch schon im Gefängnis war, oder ins Gefängnis kommen sollte.
Demnach brauchte ich auch ziemlich lange bis ich in das Buch reingefunden habe.
Die Idee an sich ist echt gut, und auch sehr erschreckend, weil es genauso auch in der Realität von Statten gehen könnte. Und genau das ist es auch was mich dann doch ein wenig beunruhigt. Gerade auch die Tests, die mit den Zwillingen durchgeführt wurden, konnte mich gewissermaßen berühren.
Leider ist das Buch nicht die ganze Zeit spannend - durch langatmige Erklärungen sinkt die Spannung immer wieder, das finde ich sehr schade. Ich denke das hätte der Autor anders schreiben können, ich glaube nicht, dass sich jemand dafür interessiert, bzw das jemand es unbedingt so ausführlich haben möchte. Gerade Leo und seine Aussagen zur Börse waren einfach viel zu langweilig.
Am Schluss ist es dann wieder recht spannend.
Die Protagonisten kenne ich ja teilweise schon aus den vorherigen Büchern.
Lisbeth ist auch hier wieder eine starke Frau. Manche ihrer Handlungen kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Sie sind doch manchmal eher abwegig, so dass ich mir nicht vorstellen konnte, wie man so etwas überhaupt machen kann. Ich frage mich auch oft, warum sie so dermaßen verschlossen ist und wie sie es schafft immer wieder in solche "Machenschaften" zu geraten.
Holger ist auch eine starke Persönlichkeit, dem trotz seiner Gebrechlichkeit noch so viel passiert...und dem so viel an Lisbeth liegt. Ich finde es toll, wie er sich immer wieder für sie einsetzt.
Alvar ist irgendwie ein bisschen trostlos - man könnte vielleicht auch sagen geschädigt von seiner Arbeit im Gefängnis und das er dort nicht voran kommt.
Alles in allem kann ich dies Buch leider nicht empfehlen, aufgrund seiner Langatmigkeit. Stellenweise war ich sogar am Überlegen es abzubrechen, aber irgendwie wollte ich dann doch wissen, was mit Lisbeth weiterhin passiert.
2 von 5 Punkten
Heyne
Gebundenes Buch
22,99 Euro
480 Seiten
ISBN: 9783453439566

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