Freitag, 1. März 2019

EBook-Rezension: Sylvia Rieß "Die Tränen der Sidhe"



Inhalt:

Ein alternder König
Eine verzauberte Perle
Ein letzter Wunsch

Seit Jahren erhebt die Klatschpresse schwere Vorwürfe gegen Arthur König. Angeblich soll er seine jüngste Tochter aus dem Haus geworfen haben. Dabei weiß Arthur selbst nicht, was zum Bruch zwischen ihnen führte. Nur eins ist sicher: Flora kann oder will nicht gefunden werden. Doch als Arthur selbst eine fatale Diagnose gestellt wird, begreift er, dass er nicht sterben kann, ohne Flora zumindest einmal wiederzusehen. Wie jedoch soll er sich diesen letzten Wunsch erfüllen, der selbst die Polizei seit sieben Jahren vor ein unlösbares Rätsel stellt?

Getreu dem Kooperationsmotto "Das Böse und das Gute" beleuchtet Märchenspinnerin Sylvia Rieß in "Die Tränen der Sidhe" einmal die andere Seite des Märchens von der Gänsehirtin am Brunnen. In einer Geschichte um das Schicksal, die Wahrheit und den Tod erlebt der Leser, wie es jenem König erging, der seine jüngste Tochter verstieß.

 Meine Meinung:

Diese Märchenadaption ist rundum gelungen. Ich habe sie förmlich verschlungen, weil ich so in sie eintauchen konnte.
Beim Lesen habe ich mir viele Fragen gestellt und gerätselt...diese wurden alle gegen Ende des Buches aufgedeckt, was ich sehr gelungen fand.
Die Geschichte ist gut ausgearbeitet und lässt sich sehr flüssig lesen, schon auf den ersten Seiten passiert sehr viel. Durch Gedanken, Andeutungen...erfährt man als Leser sehr viel, von dem, was gewesen ist - auch das finde ich sehr passend zu dieser Story.

Die Protagonisten fügen sich gut in die Geschichte ein.
Arthur ist für mich zeitweise wie ein geprügelter Hund, der in der Ecke steht und sich dann doch irgendwann mal anfängt zu wehren. Gerade ihn finde ich klasse, einigen mag er vielleicht unsympathisch erscheinen, mir aber nicht. Ich habe hinter seine Maske geschaut und entdeckt, wie er so wurde, wie er ist - das hilft unglaublich, damit er einem sympathisch wird.
Boyd finde ich ganz anstrengend und komisch und mag ihn so überhaupt nicht - aber genau so eine Person muss es irgendwie auch einfach geben.
Der Graf...bei diesem wurde ich tatsächlich nie ganz schlau, und da blieben bis zum Schluss noch Fragen offen - was ich aber nicht schlimm finde, im Gegenteil. Manchmal ist es vielleicht ganz gut, nicht alles gleich super genau zu wissen.

Ich bin in eine andere Welt abgetaucht, mir haben sich Mythen offenbart, die mich beeindruckt haben, auch wenn ich sie teilweise schon kannte, nur kannte ich sie halt längst nicht so ausführlich.

Ich kann dieses Buch bedingungslos weiterempfehlen und wünsche allen tolle Lesestunden damit.

5 von 5 Punkten

Zeilengold Verlag
EBook
1,99 Euro
78 Seiten
ASIN: B07NP5Q2JX

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