Dienstag, 18. Oktober 2016

ebook-Rezension: Ann-Kathrin Karschnick "Phoenix - Tochter der Asche"



Inhalt:
Tavi ist eine Phoenix und sie lebt in einer Welt, in der Seelenlose (so nennt man Phoenixe, Hexen...) verfolgt und vernichtet werden. Sie konnte sich bisher in Hamburg recht unbemerkt fortbewegen. Eine Mordserie erschüttert Hamburg - zumal es seit dem Wiederaufbau nach dem Krieg eigentlich keine Morde mehr gibt, da die Kontinentalarmee im Auftrag der Saiwalo stark gegen solche Dinge vorgeht.

Meine Meinung:

Dieses Buch konnte mich vom ersten Moment an fesseln. Zumal es sprachlich auch echt super ist und alle Beschreibungen so gestaltet sind, dass ich mir alles super vorstellen konnte.

Zitat: "Tavi rannte, dass ihre graublonden Haare ihr in den Nacken und auf die flache Stirn peitschten. Hektisch blickte sie sich nach einem Versteck um, eine schmale Gasse schien ihre Rettung zu sein. Erleichterung strömte mit frischem Adrenalin durch ihre Adern, als sie an einem baufälligen Altherrenhaus vorbeilief und um die Ecke bog."

Und das ist gleich eine Szene auf einer der ersten Seiten dieses Buches - das finde ich schon sehr gut, zumal dadurch gleich viel Spannung aufkommt. Diese Spannung kann die Autorin auch das gesamte Buch über halten und sogar noch verstärken.

Die Welt ist eine ganz andere, als die in der wir leben, denn es gab einen Krieg, Europa ist so gut wie zerstört und Seelenlose werden verfolgt und vernichtet. Denn die Saiwalo sagen, dass die Seelenlosen nur Unglück und Zerstörung mit sich bringen und böse sind - Zitat: "Alles Schlechte auf dieser Welt wird von den Seelenlosen begonnen, denn ihre Tagen bringen Menschen dazu sich zu verändern". Ob sie wirklich böse sind - dazu lest das Buch am besten selbst, auch um zu verstehen wie die Saiwalo wirklich sind.
Die Welt ist für mich in diesem Buch sehr erschreckend, und ich musste auch oft an die Inquisition denken - denn in gewisser Weise ist die Verfolgung der Seelenlosen genau dies. Somit wird auch ein Stück der Geschichte in diesem Buch aufgegriffen.

Gut finde ich, dass dieses Buch in Hamburg spielt zumal ich dort schon öfter war, und mir somit viele Orte was sagten - wobei ich es grausam fand zu lesen, wie sich diese Orte verändert hatten - auch wenn ich natürlich weiß, dass dies nur eine Geschichte ist, da alles so plastisch beschrieben war, fiel es mir manchmal schwer mir eben dies vor Augen zu halten.

Ich konnte mich in Tavi gut hineinversetzen und mochte sie auf Anhieb, auch Nathan konnte mich für sich begeisterten. Tavi ist eine starke Persönlichkeit, während Nathan halt doch sehr pupertär ist, doch auch das passt gut in die Geschichte.
Dem Mordermittler Leon war ich eher skeptisch gegenüber - unsympathisch ist er mir dennoch trotzdem nicht.

Über Phoenixe habe ich bisher noch keine Bücher gelesen, wenn ich mich recht erinner, finde diese Wesen aber schon lange faszinierend, und diese Faszination wurde mit dieser Geschichte nur verstärkt.

Die Geschichte ist gut gestaltet und konnte mich von vorn bis hinten überzeugen - so dass ich eigentlich am liebsten sofort Band 2 hinterher gelesen hätte. Es hört zwar nicht direkt mit einem Cliffhanger auf (was ich persönlich so ja gut finde, sonst hätte ich mich noch weniger zügeln können), aber dennoch mag ich wissen wie die Geschichte weitergeht.

Das Buch ist sehr gelungen und ich kann es bedingungslos weiter empfehlen.

5 von 5 Punkten

Papierverzierer Verlag
Preis: Kindle 2,99 Euro
Taschenbuch 14,95 Euro
400 Seiten
ISBN: 9783944544502
ASIN: B00JGN1FEC

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