Samstag, 13. Juli 2019

Releaseparty: Christina Löw "Der Kater unterm Korallenbaum"

Im Rahmen der Releaseparty auf Facebook für "Der Kater unterm Korallenbaum" habe ich mit der Autorin Christina Löw ein Interview geführt:

Zunächst aber erstmal ein Bild ihrer Bücher. Wie ihr schon gelesen habt, ist das Buch "Der Kater unterm Korallenbaum" gerade erschienen. Beide Bücher sind im Rahmen der Märchenspinnerei erschienen - somit Märchenadaptionen.



Ich: Hallo Christina,

vielen Dank erstmal, dass du dich bereit erklärt hast meine Fragen zu beantworten.


Christina: Hallo Steffi, sehr gerne! Vielen Dank, dass ich dir ein bisschen was über mich erzählen darf. :-)


Mich interessiert es sehr, wie du zum Schreiben gekommen bist...magst du dazu ein bisschen verraten?

Kleinere Geschichten habe ich mir schon als Kind ausgedacht – bevor ich selbst schreiben konnte, da habe ich meine Mutter gebeten, sie aufzuschreiben. Später habe ich immer wieder kurze Geschichten verfasst und an Familienmitglieder verschenkt. Ab der Pubertät kamen dann eher Ideen für Filme hinzu, denen auch Konzepte für Drehbücher folgten, die aber (natürlich) nicht umgesetzt wurden. Mit dem Plotten und Schreiben von Romanen – und auch dem Anspruch, dass diese Geschichten meine Schreibschublade an unfertigen Ideen verlassen und in die Buchwelt hinausziehen – habe ich tatsächlich erst vor etwa zehn Jahren begonnen.


Gibt es bestimmte Schreibrituale, die du hast?

Hmm … Also, ich habe schon mal keine bestimmten Schreibzeiten, dafür ist mein beruflicher Alltag zu unterschiedlich. Das Schreiben quetschte ich eher überall dazwischen, wo es gerade passt. Und auch sonst hängt es eher von der Situation oder dem Projekt ab: Manchmal hilft es mir total, zum Schreiben Musik zu hören, manchmal brauche ich möglichst viel Stille um mich herum. Meist mit dabei ist ein großer Becher Tee, aber das würde ich nicht wirklich als Schreibritual bezeichnen. ;-)


Wie kommen dir deine Ideen? Gibt es einen Ort, an dem du die besten Ideen hast?

Puh, das ist eine sehr gute Frage – die würde ich meinen Ideen manchmal auch gerne stellen! :-D
Ich denke, es ist immer eine Mischung aus einem Thema, das mich selbst beschäftigt – oder auf das ich durch meine Umwelt aufmerksam werde –, einer Prise Irrsinn (die ersten Ideen für eine Geschichte können durchaus mal ziemlich abgedreht sein) und dann einigem an Geduld, daraus wirklich einen schreibbaren und halbwegs stringenten Plot zu basteln.
Oft ist der initiale Funke für eine Geschichte eine fixe Idee, die im Austausch mit anderen Menschen entsteht – ohne dass wir dabei konkret übers Schreiben reden müssen. Einen Ort der Ideen kann ich dir also nicht nennen, aber ich denke, viele Ideen kommen angeflattert, wenn ich gerade mit Menschen zusammen bin, die mir guttun.

Warum gerade Märchenadaptionen? Was fasziniert dich besonders an diesen?

Zu den Märchenadaptionen bin ich eher durch Zufall (und das Fantasy-Autorenforum Tintenzirkel) gekommen, wenngleich das Potenzial dazu schon seit meiner Kindheit vorhanden war. Gefühlt bin ich in einer kleinen Bibliothek voller Märchenbücher aufgewachsen. :-) Also haben mich Märchen von klein auf geprägt, dass daraus irgendwann auch eigene Geschichten entstehen würden, war rückblickend betrachtet fast schon damals klar. Was ich an den Märchenadaptionen, wie sie auch die anderen Autorinnen der Märchenspinnerei verfassen, besonders spannend finde, ist die Verquickung dieser doch meist recht alten Geschichten mit modernen Themen – dass wir durch die Adaption dieser Stoffe auf diese Art zeigen, wie aktuell Märchen in ihrer Essenz sein können; man muss nur aufmerksam genug hinschauen.

Was würdest du Menschen raten, die mit dem Schreiben anfangen wollen?

Traut euch! Und haltet euch immer vor Augen, dass die erste Fassung eurer Geschichten niemand außer euch zu Gesicht bekommen muss. Dass ihr auch einfach für euch schreiben könnt, ohne Druck von außen oder die Furcht, sich mit anderen messen zu müssen. Taucht ab in eure Geschichten und lasst eurer Fantasie freien Lauf!

Ich nehme an, dass du selbst auch viel liest. Was liest du gerne? Kannst du vielleicht sogar Bücher empfehlen, oder zumindest eins, welches dir besonders viel bedeutet?

Wenn ich alle Bücher, die ich jemals gelesen habe, in meiner Wohnung hätte, müsste diese ziemlich gigantisch sein. :-D Durchs Schreiben und auch den beruflichen Alltag komme ich leider im Moment/inzwischen viel weniger zum Lesen, als es mir lieb ist. Trotzdem liegt immer ein Buch auf meinem Nachttisch und ein zweites steckt in meiner Handtasche. Was das ist, kann aber recht unterschiedlich sein. Kürzlich war es ein dystopischer Klassiker, gerade sind es einerseits zeitgenössische Märchen und andererseits etwas, das ich in der zeitgenössischen Belletristik verorten würde. Besonders gerne mag ich aber schon seit vielen Jahren die unterschiedlichen Spielarten der Phantastik. Eines meiner Herzensbücher der zeitgenössischen Phantastik ist z.B. „Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär“ von Walter Moers.

Gibt es ein Land, in welches du gern mal reisen möchtest, oder in dem du unbedingt mal eine Geschichte spielen lassen möchtest? Welches, wäre das?

Hihi, gerade wäre das Japan. Kulturell und auch landschaftlich fasziniert mich das Land schon länger – das dürfte auch einer der Gründe sein für den Japan-Bezug von „Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein“. :-) Denn auch wenn ich unglaublich viel recherchiert und mich mit Menschen ausgetauscht habe, die entweder mal für eine längere Zeit vor Ort waren oder ursprünglich von dort stammen, war ich bisher selbst noch nicht in Japan ...


Das klingt auf jeden Fall alles sehr interessant. Ich bin sehr gespannt auf weitere Bücher von dir.

Natürlich bekommt ihr Christina jetzt auch noch zu sehen.





Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen neugierig auf Christina und ihre Bücher machen.

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