Mittwoch, 26. Juli 2017

Buchrezension: Stephan Harbort "Ich musste sie kaputt machen Anatomie eines Jahrhundertmörders"

Inhalt:
Der Name Joachim Georg Kroll steht für eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Kriminalgeschichte. In mehr als zwei Jahrzehnten tötete der Serienmörder mehrere Frauen und Mädchen, bevor er von der Polizei gefasst wurde. Mit analytischer Schärfe untersucht der bekannte Kriminalist Stephan Harbort den Fall des »Jahrhundertmörders«. Dabei entsteht das beeindruckende Psychogramm eines Mannes, der zeit seines Lebens von seinen Trieben gesteuert wurde.

Meine Meinung:
 Dieses Buch ist einfach der Wahnsinn. Ich bin sehr schnell in das Buch reingekommen. Ich war über die Taten von Joachim eindeutig entsetzt. Es ist einfach spitze, dass sich in diesem Fall das gesamte Buch nur mit dem einen Mörder beschäftigt. Seine Gedanken, seine Taten sind erschreckend und ich habe mich oft gewundert, dass keiner ahnte was in ihm vorgeht und wie er wirklich ist. Aber genau das ist ja meistens der Fall - gerade deswegen ist es so erschreckend.
Vor allem wie sich Stück für Stück alles aufklärt finde ich spannend, und das es überhaupt nur durch gut Glück raus kam, bzw. durch eine Dummheit von Joachim, der sonst alles immer so haargenau geplant hat.
Wie er auf seine "Streifzüge" ging, wie viele Gedanken er sich bereits im Vorfeld darum gemacht hat, obwohl er sonst auf mich insgesamt nicht sehr schlau wirkte - in dieser Hinsicht war er es dann doch.
Ich hab vor dem Lesen damit gerechnet, dass es noch mehr in Berichtsform ist, also sehr sachlich und informativ.
Es ist sachlich und informativ, keine Frage, aber ich habe das Lesen als sehr angenehm empfunden, da eher so beschrieben war, dass man den Opfern und dem Täter auf eine einzigartige Weise doch recht nah gekommen ist. Ich hatte von diesen Taten zuvor noch nichts gehört, was auch daran liegen mag, dass alles eher vor meiner Zeit geschehen ist.
Ich fand das Buch sehr spannend - gut ich gebe zu man muss sich für diese Thematik interessieren, sonst ist es vermutlich eher nicht so spannend.
An dieser Stelle möchte ich auch mal schreiben, dass der Schreibstil einfach unglaublich fesselnd ist, er macht dieses Buch zu dem was es ist, ein wahrhaft erschreckendes Buch...
Alles fachliche wurde so erklärt, dass ich es gut verstanden habe.
Mir ist beim Lesen auch schnell bewusst geworden, wie sehr sich die Technik und somit auch die Ermittlungsmöglichkeiten verändert haben, wie extrem schlecht diese damals noch waren, gerade auch diese Ermittlungsmethoden der damaligen Zeit finde ich heftig. Mit den heutigen Methoden hätten sie ihn vermutlich viel eher bekommen.

Ich kann dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

5 von 5 Punkten

Ullstein
Taschenbuch
382 Seiten
9,99 Euro
ISBN 9783548374796

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