Ein Bruder und seine Schwester.
Ein Haus im Wald.
Eine schrullige Alte.
Hansjörg und Margarete verlaufen sich im Wald. Dort werden sie von der Polizei aufgegriffen und von den Eltern wegen ihres wiederholten Drogenkonsums in ein Erziehungsheim geschickt. Man bringt sie zu einem kleinen Häuschen, weit, weit weg von der Stadt. Sie denken sich dabei nichts Böses. Eigentlich nur an eine baldige Flucht.
Doch dies stellt sich als unmöglich heraus. Denn das Haus hält nicht nur eine waschechte Hexe, seltsame Wesen und giftige Pflanzen für sie bereit. Für Hansjörg und Margarete wird dieser Trip die entscheidende Lektion ihres Lebens.
Hänsel und Gretel einmal anders: In „Kein Schnee im Hexenhaus“ spinnt die Autorin Susanne Eisele das bekannte Märchen der Brüder Grimm ganz neu und setzt sich dabei mit Sucht und Realitätsverlust auseinander.
Band 4 aus der Reihe der Märchenspinner.
Meine Meinung:
Auch dieses Buch der Märchenspinnerei fand ich wieder klasse. Die Geschichte ist toll ausgearbeitet und gut nachvollziehbar. Ich finde es stellenweise ein bisschen abgefahren, was aber letzendlich auch wieder zu einem Märchen passt und von daher dann doch nicht zu abgefahren ist. Ich denke da hat auch jeder einen anderen Eindruck von. Für mich sind es in gewisserweise Fantasieelemente, die ich so nicht erwartet hätte.
Hansjörg und Margarete möchte ich bitte nicht als Kinder haben - da würde ich mich die ganze Zeit fragen was ich falsch gemacht habe und wie sie so werden konnten. Die beiden sind schon sehr krass und wie sie ihre Welt sehen ist noch heftiger - passt aber ganz eindeutig zu ihrem Suchtverhalten. Dieses wird gut beschrieben und das finde ich schon recht realitätsnah, denn eine Sucht lässt aus jemanden eine ganz andere Person werden, als man mal gewesen war.
Ich finde die beiden sind eindrucksvoll beschrieben, auch die anderen Bewohner des Erziehungsheims sind für mich gut durchdacht und ihr Verhalten schon nachvollziehbar.
Das die Autorin sich an das Thema Drogen und Sucht gewagt hat, finde ich gut, denn es nimmt in der heutigen Gesellschaft noch immer einen großen Raum ein. Ein Thema welches oftmals zu lasch behandelt wird, als das es wirklich abschrecken könnte. Doch in diesem Buch finde ich es schon so beschrieben, dass es in gewisser Weise vielleicht abschreckt. Wie verzweifelt die beiden sind, kommt gut hervor.
Ich fänd es spannend ein Erziehungsheim zu sehen, was wirklich so arbeitet - aber ob ich da arbeiten wollen würde ist eine ganz andere Frage.
Ich habe sehr schnell alle Protagonisten kennen gelernt und konnte mich in die Welt, die von der Autorin geschaffen wurde gut reinversetzen und einfühlen.
Vom Schreibstil her lässt sich dieses Buch flüssig lesen, auch trotz des eher schweren Themas war es für mich ein Lesegenuss.
4 von 5 Punkten
E-Book
2,99 Euro
104 Seiten
ASIN: B072BF83C8
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