Freitag, 1. September 2017

E-Book Rezension: Mario Lenz "Gedämpfte Schreie"

Inhalt:
Wie lange kann sich ein geschundener Geist dem Wahnsinn widersetzen?

Er hat sie nach Hause geholt dorthin, wo sie hingehört. Er weiß, dass es auch ihr Wille ist. So lange hatte sie warten müssen! Doch nun hat er endlich die Möglichkeit, sich um sie zu kümmern. Und endlich kann er das tun, worauf sie so lange gewartet hat, endlich kann er ihr das lang ersehnte Kind pflanzen.

Wo ist sie bloß hineingeraten? Seitdem dieser Irre sie entführt hat, ist sie in diesem Keller gefangen. Auch ihr Kind ist in seinen Fängen. Und das Beste - nun will er ihr noch ein Kind schenken. Ein Geschenk, auf das sie nur allzu gern verzichten würde.


Meine Meinung:
Dieses Buch fand ich hart - es ist verstörend und krank. Und genau das finde ich an diesem Buch super, denn das ist es, was es ausmacht.
Eindeutig ist dies Buch nichts für Menschen mit schwachen Nerven, auch sollte es niemand lesen, der in Hinblick auf Kinder denen was passiert empfindlich ist. Denn auch dies spielt hier eine Rolle.

Was sich Stück für Stück offenbahrt ist einfach widerlich und genau das macht dieses Buch auch aus, diese detailreichen Beschreibungen, die mich schon sehr geschockt haben.

Es ist sehr schnell Spannung vorhanden, durch diese wollte ich auch unbedingt immer weiterlesen, und habe dies auch immer getan, selbst wenn ich nur 10 Minuten Zeit dafür hatte und mich anschließend geärgert habe, wenn ich aufhören musste zu lesen.

Oliver - einer der Hauptprotagonisten - hat mich schon nach den ersten Zeilen gegruselt und ein Unwohlsein in mir ausgelöst. Schon allein dadurch macht das Lesen Spaß. Olivers Kindheit ist auch sehr ausgiebig beschrieben, es ist total heftig, vor allem weil gerade diese Beschreibungen oftmals auch sehr detailreich sind und mich geschockt haben. Da hatte ich sogar ein bisschen Mitleid mit ihm, aber insgesamt hat er mich eher wütend gemacht, so richtig wütend. Er hat mich an der Menschheit zweifeln lassen, weil mir durchaus bewusst ist, dass es solche Menschen gibt, die ähnlich handeln wie er. Gerade das ist es auch, was mich sehr aufgewühlt hat und mich so wütend hat werden lassen.

Aber auch Sabrina und Arne verstehe ich in mancher Hinsicht nicht. Ich finde es schon sehr komisch, dass sie sich so rein gar nicht um ihr Kind kümmert - auch dies hat mich wütend gemacht, denn wenn ich mich so gar nicht um das Kind kümmer, sollte ich auch keins in die Welt setzen...
Wie Sabrina sich fühlen muss, als sie nach ihrer Entführung aufwacht und sich den Raum anschaut ist für mich gut nachvollziehbar. Welche Gedanken ihr dabei erst in den Kopf schießen finde ich irgendwie klasse, das ist eindeutig anders, als ich es bisher von Büchern kenne, in denen es um Entführungen sind. Was für Gedanken dies sind solltet ihr selbst lesen, ich möchte hier nicht zu viel verraten.
Weitestgehend konnte ich mich sehr gut in sie reinfühlen, ich habe ihre Angst förmlich gespürt.

Insgesamt konnte mich dieses Buch sehr begeistern und dennoch hätte ich mir gewünscht, dass es besser lektoriert ist, denn das ist so der einzige Schwachpunkt von diesem Buch. Es sind einige Rechtschreibfehler vorhanden, durch diese sind dann teilweise Fehler in der Logik vorhanden - sofern man sich nicht selbst die Mühe macht und kurz überlegt, was es eigentlich heißen könnte. Wer sich über Rechtschreibfehler in einem Buch sehr aufregt, sollte dieses Buch daher lieber auch nicht lesen, obwohl es sonst echt super gut ist.

4 von 5 Punkten

AAVAA Verlag
E-Book
6,99 Euro
Seitenzahl der Printausgabe: 407
ASIN: B01M8LYCL5

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