Mittwoch, 13. April 2016

Lesungsbericht: Iny Lorentz im Landesmuseum Hannover

Copyright Steffi Averbeck


Ich war mal wieder auf einer Lesung, auf einer wie ich sie bisher noch nicht kennen gelernt habe. Diese Lesung fand im Landesmuseum Hannover statt und es war auch ein Historiker - Dr. Fündling - anwesend, der zu den im Buch beschriebenen Begebenheiten etwas erklärte.
Moderiert wurde diese Lesung von einem Herrn vom Niedersächsichen Verein für Urgeschichte.
Eigentlich interessiere ich mich nicht sonderlich für Geschichte, historische Romane lese ich zwar ab und an mal sehr gern - aber wie hoch der Wahrheitsgehalt dabei ist, darum kümmere ich mich eigentlich nicht. Gerade deshalb war diese Lesung für mich doch eher aussergewöhnlich. Zu Beginn war ich sehr gespannt worauf ich mich hiermit eingelassen habe. Ich wollte diese Lesung unbedingt erleben, da ich schon einige Bücher von Iny Lorentz gelesen habe, bzw auch von Sandra Melli (unter diesem Pseudonym schreiben die beiden nämlich auch.

Jetzt sollte ich vielleicht als allererstes dazu kommen wer Iny Lorentz überhaupt ist. Es handelt sich hierbei um ein Autorenehepaar Elmar und Iny - welches ihre Bücher unter anderen unter dem Namen Iny Lorentz veröffentlicht. Zum Beispiel sind unter diesem Namen erschienen: "Die Wanderhure" , "Die Goldhändlerin"... und sehr viele mehr.
Spannend fand ich es zu erfahren wie bei den beiden ein Buch entsteht: Elmar schreibt nämlich zunächst das Buch, anschließend überarbeitet Iny es, danach überarbeitet Elmar die Überarbeitungen, das ganze geht mehrfach so, so dass jeder von ihnen das Buch 7 Mal gelesen hat, bevor die Lektorin es erhält. Also insgesamt 14 Mal. Als Vergleich führte Elmar an, dass Stephen King sein Buch alleine 13 Mal liest bevor er es ans Lektorat gibt. Dadurch müssen sie hinterher nur noch 5% am gesamten Buch ändern.
Wenn Elmar im Schreibfluss ist kümmert er sich zunächst auch nicht um die historischen Daten etc, diese werden dann bei der Überarbeitung eingefügt, bzw richtig gestellt. Er sagt, es würde ihn in seinem Schreibfluss unterbrechen, wenn er jedes Mal nachschlagen würde wann was war.
Als es um das Thema ging ob sie wie manche Autoren es machen auch schon mal ein ganzes Buch oder sehr viele Seiten wieder verworfen haben, sagte Elmar: "Aus einem schlechten Text kann ich einen guten machen. Aber nicht auf Anhieb einen guten"

Für mich war es zunächst recht schwer den gelesenen Parts zu folgen, da ich das Buch vorher nicht gelesen hatte und mir auch die Zeitepoche nicht wirklich viel sagte. Aber dennoch bin ich recht schnell rein gekommen und konnte von den Zeilen, die Iny und Elmar abwechselnd gelesen haben, gefesselt werden. Nach jedem Part, den einer von beiden gelesen hat, hat Dr. Fündling vom Moderator gestellte fragen zu diesem Teil beantwortet. Dies war weniger trocken, als ich es zunächst erwartet hätte.

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Auf die Frage ob dieses Buch in gewisser Weise fortgesetzt wird, hielten sich beide eher bedeckt. Elmar sagte: Sag niemals nie. Und Iny erzählte, dass die Seniorlektorin eigentlich kein Buch mehr von den beiden möchte, welches in der römischen Zeit spielt. Dennoch dürften sie es vom Vertrag aus. Und laut Iny muss man ja auch nicht immer auf seine Seniorlektorin hören.

Teilweise sind 7 Jahre zwischen der Entstehung der Idee und der Veröffentlichung des Buches, was daran liegt, dass andere Ideen zu erst veröffentlicht werden...

Sie wurden ausserdem gefragt ob sie sich auch vorstellen könnten ein Buch zu schreiben, welches in der Zeit der Urmenschen spielt, wo es ja noch keine für uns deutliche Sprache etc gibt. Darauf antwortete Elmar: "Ich erweitere meine Grenzen immer weiter." und das er sich persönlich auch für diese Zeit interessiert.

Alles in allem war die Lesung super spannend und auch informativ.
Ich werde auf jeden Fall im Blick haben welche Lesungen der niedersächsische Verein für Urgeschichte nächstes Jahr anbietet - vielleicht ist ja erneut was für mich dabei.

Die Autoren haben angeboten auch Bücher zu signieren, diese Chance habe ich natürlich ergriffen.

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