Inhalt:
Hannah hat ihre Worte verloren. In der Nacht, als ihre
Zwillingsschwester Izzy ums Leben kam. Wer soll nun ihre Gedanken
weiterdenken, ihre Sätze beenden und ihr Lachen vervollständigen?
Niemand kann das. Egal, was Hannahs Eltern versuchen, sie schweigt.
Um Izzy nicht loslassen zu müssen, schreibt sie ihr Briefe. Schreibt und verbrennt sie. Immer wieder.
Hannah
kann der Stille ihrer Worte nicht entkommen. Bis sie Levi trifft, der
mit aller Macht versucht herauszufinden, wer sie wirklich ist …
Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich alles in allem sehr berührt. Es hat mir Tränen in die Augen getrieben - ich glaube das ist schon das größte Lob, welches ein Buch von mir bekommen kann.
Ich habe mich während des Lesens ständig gefragt, wie Izzy ums Leben kam, und warum Hannah solche Schuldgefühle hat. Irgendwann hat es mich überrollt, da ich es erfahren habe. Es tat mir so leid für Hannah. Vor allem welche Vorwürfe sie sich selbst macht.
Ich denke auch, dass sie aufgrund dieser Selbstvorwürfe nicht mehr spricht. Das ist es, was mich eigentlich am meisten berührt.
Klasse finde ich es, wie im Camp mit ihr umgegangen wird. Wie alle doch sehr einfühlsam - wenn auch distanziert - miteinander umgehen. Besonders Sarah und Levi mag ich gern. Diese beiden haben es mir sofort angetan.
Lina brauchte ein bisschen, um mein Herz zu erobern - das hatte ganz viel mit Verständnis zu tun, bevor dies gelang.
Die Autorin hat wunderbare Worte gewählt und mich mit diesen sehr berührt. Sie hat auf eine sehr emotionale Art geschrieben - zumindest liest es sich so. Man merkt deutlich, dass es ihr wichtig war, auf die Gefühle ihrer Protagonisten zu achten, und diese gut zur Geltung zu bringen. Man könnte an einigen Stellen fast meinen, das Ava in das Buch einige Lebensweisheiten eingebracht hat.
Sätze, die man sich selbst auf jeden Fall zu Herzen nehmen sollte. Mein Herz konnten sie auf jeden Fall erwärmen.
Ich möchte es euch ans Herz legen, dieses wundervolle, gefühlreiche Buch zu lesen. Ich glaube zwar, dass es manchen Menschen zunächst schwer fallen wird es zu lesen, da es gewisse Trigger enthält, die es für manche vielleicht nicht ganz so einfach machen. Aber es ist einfach so wunderschön.
Auch wenn es ein Jugendbuch ist, so finde ich es auch für erwachsene Leser wunderbar.
5 von 5 Punkten
Ueberreuter Verlag
EBook
Preis: 14,99 Euro (beziehungsweise bei Kindle Unlimited enthalten)
320 Seiten
ISBN: 9783764170790
▼
Sonntag, 21. Juli 2019
Buchrezension: Elias Haller "Küstenstill"
Inhalt:
Das Foto einer schrecklich zugerichteten Frauenleiche wird zusammen mit einer kryptischen Botschaft auf Instagram gepostet. Hardy Finkel, der nach zwanzig Jahren beim BKA in die Ostseeregion zurückgekehrt ist, wird gleich am ersten Arbeitstag zusammen mit seiner neuen Partnerin Greta Silber mit diesem grausamen Fall betraut.
Als ein weiteres Opfer auftaucht und dadurch der Ermittlungsdruck steigt, stoßen Hardy und Greta auf weitere Puzzleteile. Bald wird klar, dass sie einen perfiden Gegner jagen. Je näher die beiden Kommissare dem Täter kommen, umso mehr wird Hardy von seiner Vergangenheit eingeholt. Eine Vergangenheit, die lange Zeit still geruht hat ...
Meine Meinung:
An dieses Buch bin ich ohne große Erwartungen ran gegangen, ich kannte den Autor noch nicht und habe mir lediglich ein wenig Spannung erhofft... Diese Spannung habe ich in vollem Umfang erhalten, sie hat mich quasi über rannt, so viel Spannung war in diesem Buch.
Ich habe immer wieder gerätselt und überlegt wer wohl der Mörder ist...aber ich kam einfach nicht drauf, so blieb die Spannung auch bis zum Ende hin erhalten.
Hardy finde ich klasse, ich brauchte einen Moment, bis ich ihn wirklich mochte, aber dann habe ich mit ihm gehofft, gelitten und gerätselt.
Gerta ist eine tolle Ermittlerin, sie ist mir tatsächlich von Anfang an sympathisch, diese Sympathie bleibt das gesamte Buch über bestehen.
Der Mörder geht sehr perfide vor, ich war oftmals überrascht, was er alles getan hat...und ich habe mich mehr als einmal nach dem Warum gefragt. Dies wird ganz am Ende des Buches aufgeklärt. Das finde ich sehr gut.
Die Opfer hätten meiner Meinung nach gern noch genauer beschrieben werden können - ich mag es ja blutig - so ist es aber mehr auf die Allgemeinheit ausgelegt, was auf keinen Fall verkehrt ist. Auch das gefällt mir noch sehr gut. Ich konnte mir ja meine eigenen Vorstellungen machen.
Die Beschreibungen der Orte sind dafür umso schöner, ich konnte mir diese sehr gut vorstellen und wäre an einigen von diesen selbst gern gewesen.
Die Idee ist super und auch klasse umgesetzt. Ich habe wie schon geschrieben bis zum Schluss gerätselt. Manchmal war ich dicht dran, aber nie zu dicht.
Ich kann euch dieses Buch auf jeden Fall weiter empfehlen.
5 von 5 Punkten
Edition M
Taschenbuch
378 Seiten
9,99 Euro
ISBN: 9782919801817
Das Foto einer schrecklich zugerichteten Frauenleiche wird zusammen mit einer kryptischen Botschaft auf Instagram gepostet. Hardy Finkel, der nach zwanzig Jahren beim BKA in die Ostseeregion zurückgekehrt ist, wird gleich am ersten Arbeitstag zusammen mit seiner neuen Partnerin Greta Silber mit diesem grausamen Fall betraut.
Als ein weiteres Opfer auftaucht und dadurch der Ermittlungsdruck steigt, stoßen Hardy und Greta auf weitere Puzzleteile. Bald wird klar, dass sie einen perfiden Gegner jagen. Je näher die beiden Kommissare dem Täter kommen, umso mehr wird Hardy von seiner Vergangenheit eingeholt. Eine Vergangenheit, die lange Zeit still geruht hat ...
Meine Meinung:
An dieses Buch bin ich ohne große Erwartungen ran gegangen, ich kannte den Autor noch nicht und habe mir lediglich ein wenig Spannung erhofft... Diese Spannung habe ich in vollem Umfang erhalten, sie hat mich quasi über rannt, so viel Spannung war in diesem Buch.
Ich habe immer wieder gerätselt und überlegt wer wohl der Mörder ist...aber ich kam einfach nicht drauf, so blieb die Spannung auch bis zum Ende hin erhalten.
Hardy finde ich klasse, ich brauchte einen Moment, bis ich ihn wirklich mochte, aber dann habe ich mit ihm gehofft, gelitten und gerätselt.
Gerta ist eine tolle Ermittlerin, sie ist mir tatsächlich von Anfang an sympathisch, diese Sympathie bleibt das gesamte Buch über bestehen.
Der Mörder geht sehr perfide vor, ich war oftmals überrascht, was er alles getan hat...und ich habe mich mehr als einmal nach dem Warum gefragt. Dies wird ganz am Ende des Buches aufgeklärt. Das finde ich sehr gut.
Die Opfer hätten meiner Meinung nach gern noch genauer beschrieben werden können - ich mag es ja blutig - so ist es aber mehr auf die Allgemeinheit ausgelegt, was auf keinen Fall verkehrt ist. Auch das gefällt mir noch sehr gut. Ich konnte mir ja meine eigenen Vorstellungen machen.
Die Beschreibungen der Orte sind dafür umso schöner, ich konnte mir diese sehr gut vorstellen und wäre an einigen von diesen selbst gern gewesen.
Die Idee ist super und auch klasse umgesetzt. Ich habe wie schon geschrieben bis zum Schluss gerätselt. Manchmal war ich dicht dran, aber nie zu dicht.
Ich kann euch dieses Buch auf jeden Fall weiter empfehlen.
5 von 5 Punkten
Edition M
Taschenbuch
378 Seiten
9,99 Euro
ISBN: 9782919801817
Mittwoch, 17. Juli 2019
Buchrezension: J.D. Barker "Das Mädchen im Eis - The fourth monkey"
Inhalt:
Seit Monaten herrschen in Chicago Minustemperaturen, als die Leiche der jungen Ella Reynolds eingefroren im See gefunden wird. Sie wurde vor drei Wochen vermisst gemeldet – der See ist seit Monaten zugefroren. Die Medien beschuldigen den berüchtigten Four Monkey Killer Anson Bishop, aber Detective Sam Porter will nicht glauben, dass er damit etwas zu tun hat. Er kennt den Serienkiller gut, denn er hat ihn geschnappt und laufen lassen, und er hat noch eine Rechnung mit ihm offen. Porter hat sich auf ein gefährliches Spiel eingelassen, währenddessen verschwindet ein Mädchen nach dem anderen …
Meine Meinung:
Den ersten Teil um den Fourth Monkey Mörder kenne ich nicht. Das bedeutete für mich bei diesem Buch, dass ich ein wenig Zeit benötigt habe, um in das Buch gut einzusteigen. Vor allem weil ich die Ermittler ja auch noch nicht kannte.
Nachdem ich aber in dem Buch drin war, war es super. Es beginnt ja auch gleich spannend, diese Spannung hält auch das gesamte Buch über an. Es konnte mich daher sehr fesseln. Daher habe ich das Buch auch sehr schnell durchgelesen gehabt, da ich es förmlich verschlungen habe.
Ich hätte zwar auch gern gewusst, was der Mörder bisher schon alles angestellt hat, aber es tat der Geschichte keinen Abbruch, dies nicht genau zu wissen - zumal einige Dinge auch in diesem Band angesprochen werden. Ich finde es gut, dass es kleine Rückblicke gibt, so dass ich auch ein wenig wusste, was bisher geschah.
Die Leichen sind recht genau beschrieben, daher finde ich, dass dies Buch nichts für schwache Nerven ist. Ich mag solche Beschreibungen ja sehr gern. Genau genug, damit man sich alles vorstellen kann, aber auch noch ein bisschen Spielraum für die eigene Fantasie ist.
Es ist echt brutal, wie der Mörder hier vorgeht, wie er tötet, und wie hinterhältig er dabei oft ist. Die Psyche des Mörders ist eindeutig spannend - wenn auch ziemlich krank.
Wie die Opfer sich zum Teil verhalten haben, kann ich gut nachvollziehen. Das hat mir sehr gut gefallen. Man erfährt auch sehr viel aus ihrer Sicht - da das Buch teilweise aus ihrer Sicht geschrieben ist. So ist man als Leser den Opfern doch um einiges näher.
Ich denke wenn die Fortsetzung von diesem Buch kommt, werde ich das Buch dann auf jeden Fall auch lesen. Denn dieser Band endet mit einem ganz gemeinen Cliffhanger - da kann man eigentlich gar nicht anders, als weiterzulesen.
5 von 5 Punkten
Blanvalet Verlag
Taschenbuch
15,00 Euro
686 Seiten
ISBN: 9783764506926
Samstag, 13. Juli 2019
EBook-Rezension: Christina Löw "Der Kater unterm Korallenbaum oder Wünschen will gelernt sein"
Inhalt:
Drei Geschwister
Zwei Kulturen
Ein Kater
Yuki würde sich am liebsten nur auf ihre Design-Karriere konzentrieren, doch die Realität sieht anders aus: In der Agentur muss sie sich mit eifersüchtigen Kolleg*innen herumschlagen und das Familienessen am Wochenende wird von Auseinandersetzungen mit ihren älteren Geschwistern überschattet. Als dann auch noch ihr Vater stirbt und sie Familienkater Sasuke erbt, gerät ihre Welt vollends aus den Fugen: Denn der Kater kann nicht nur sprechen, er mischt sich mit seinen magischen Pfoten auch gern in alle Bereiche ihres Lebens ein … selbst in Sachen Liebe.
Der gestiefelte Kater einmal anders. In »Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein« spinnt Christina Löw aus Elementen des grimmschen Märchens eine moderne Fabel über Geschwisterstreit und Familienbande, zweite Chancen und den Umgang mit Verlust sowie die Suche nach der eigenen Identität.
Meine Meinung:
Bei dieser tollen Märchenadaption wurde mal ein Märchen verwendet, von dem ich bisher noch keine Märchenadaption gelesen habe. Schon allein dies gefiel mir sehr gut.
Der Autorin ist es gelungen ihre Idee sehr gut umzusetzen. Ich kann sagen, dass ich dieses Buch gern gelesen habe. Da ich bereits ein Buch von ihr kannte, welches mir gefallen hat, bin ich doch mit recht hohen Erwartungen an "Der Kater unterm Korallenbaum" herangegangen. Ich kann sagen, dass ich von dieser Märchenadaption sogar positiv überrascht war. Meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.
Ich habe diese Märchenadaption verschlungen - auch wenn ich in manchen Momenten mit dem Lesen innehalten musste, da ich das gelesene erstmal "verdauen" musste. Einige Stellen haben mich doch sehr zum Nachdenken angeregt - ich denke dass die Autorin mit eben diesen Stellen genau das erreichen wollte. Gerade in Hinblick auf materielle Güter...was benötigt man im Leben wirklich alles?! Haben wir nicht fast alle zu viel in unseren Wohnungen/Häusern stehen, und wollen trotzdem immer noch mehr?! Diese Gedanken gingen mir oft durch den Kopf.
Yuki finde ich sehr schnell sympathisch, ich mag ihre Art, auch wie ihr Leben beschrieben ist, ist einfach super...und dann wie sich immer wieder was ändert...ich dachte mir zeitweise schon "Oh, Oh, da passiert doch noch gleich was" und so war es dann auch. Da es aber sehr unvorhersehbar war, was passiert, wurde das Buch durch meinen Gedanken in keinster Weise beeinträchtigt.
Der Autorin ist es somit auch gelungen, eine gewisse Spannung aufrecht zu erhalten.
Ich habe mit Yuki mitgelitten, ihre Gefühle, Hoffnungen mit durchlebt - sie ist mir sehr ans Herz gewachsen.
Auch ihre Zeit in Japan ist einfach toll beschrieben, und diese macht auf jeden Fall Lust, das Land selbst einmal zu erleben - auch wenn ich bisher noch nie den Wunsch hatte, Japan einmal zu sehen. Dieses Buch hat mich neugierig auf das Land gemacht.
Ich kann euch dieses Buch bedingungslos empfehlen. Es ist jetzt eins meiner Lieblingsbücher der Märchenspinnerei - so viel kann ich euch verraten.
Auf jeden Fall werde ich noch weitere Bücher von der Autorin lesen, sofern sie welche schreibt.
5 von 5 Punkten
EBook
1,99 Euro
Seitenzahl der Printausgabe: 312
ISBN: 9783964434180
Releaseparty: Christina Löw "Der Kater unterm Korallenbaum"
Im Rahmen der Releaseparty auf Facebook für "Der Kater unterm Korallenbaum" habe ich mit der Autorin Christina Löw ein Interview geführt:
Zunächst aber erstmal ein Bild ihrer Bücher. Wie ihr schon gelesen habt, ist das Buch "Der Kater unterm Korallenbaum" gerade erschienen. Beide Bücher sind im Rahmen der Märchenspinnerei erschienen - somit Märchenadaptionen.
Zunächst aber erstmal ein Bild ihrer Bücher. Wie ihr schon gelesen habt, ist das Buch "Der Kater unterm Korallenbaum" gerade erschienen. Beide Bücher sind im Rahmen der Märchenspinnerei erschienen - somit Märchenadaptionen.
Ich: Hallo Christina,
vielen Dank erstmal, dass du dich
bereit erklärt hast meine Fragen zu beantworten.
Christina: Hallo Steffi, sehr gerne! Vielen
Dank, dass ich dir ein bisschen was über mich erzählen darf. :-)
Mich interessiert es sehr, wie du zum
Schreiben gekommen bist...magst du dazu ein bisschen verraten?
Kleinere Geschichten habe ich mir
schon als Kind ausgedacht – bevor ich selbst schreiben konnte, da
habe ich meine Mutter gebeten, sie aufzuschreiben. Später habe ich
immer wieder kurze Geschichten verfasst und an Familienmitglieder
verschenkt. Ab der Pubertät kamen dann eher Ideen für Filme hinzu,
denen auch Konzepte für Drehbücher folgten, die aber (natürlich)
nicht umgesetzt wurden. Mit dem Plotten und Schreiben von Romanen –
und auch dem Anspruch, dass diese Geschichten meine Schreibschublade
an unfertigen Ideen verlassen und in die Buchwelt hinausziehen –
habe ich tatsächlich erst vor etwa zehn Jahren begonnen.
Gibt es bestimmte Schreibrituale, die
du hast?
Hmm … Also, ich habe schon mal
keine bestimmten Schreibzeiten, dafür ist mein beruflicher Alltag zu
unterschiedlich. Das Schreiben quetschte ich eher überall
dazwischen, wo es gerade passt. Und auch sonst hängt es eher von der
Situation oder dem Projekt ab: Manchmal hilft es mir total, zum
Schreiben Musik zu hören, manchmal brauche ich möglichst viel
Stille um mich herum. Meist mit dabei ist ein großer Becher Tee,
aber das würde ich nicht wirklich als Schreibritual bezeichnen. ;-)
Wie kommen dir deine Ideen? Gibt es
einen Ort, an dem du die besten Ideen hast?
Puh, das ist eine sehr gute Frage –
die würde ich meinen Ideen manchmal auch gerne stellen! :-D
Ich denke, es ist immer eine
Mischung aus einem Thema, das mich selbst beschäftigt – oder auf
das ich durch meine Umwelt aufmerksam werde –, einer Prise Irrsinn
(die ersten Ideen für eine Geschichte können durchaus mal ziemlich
abgedreht sein) und dann einigem an Geduld, daraus wirklich einen
schreibbaren und halbwegs stringenten Plot zu basteln.
Oft ist der initiale Funke für eine
Geschichte eine fixe Idee, die im Austausch mit anderen Menschen
entsteht – ohne dass wir dabei konkret übers Schreiben reden
müssen. Einen Ort der Ideen kann ich dir also nicht nennen, aber ich
denke, viele Ideen kommen angeflattert, wenn ich gerade mit Menschen
zusammen bin, die mir guttun.
Warum gerade Märchenadaptionen? Was
fasziniert dich besonders an diesen?
Zu den Märchenadaptionen bin ich
eher durch Zufall (und das Fantasy-Autorenforum Tintenzirkel)
gekommen, wenngleich das Potenzial dazu schon seit meiner Kindheit
vorhanden war. Gefühlt bin ich in einer kleinen Bibliothek voller
Märchenbücher aufgewachsen. :-) Also haben mich Märchen von klein
auf geprägt, dass daraus irgendwann auch eigene Geschichten
entstehen würden, war rückblickend betrachtet fast schon damals
klar. Was ich an den Märchenadaptionen, wie sie auch die anderen
Autorinnen der Märchenspinnerei verfassen, besonders spannend finde,
ist die Verquickung dieser doch meist recht alten Geschichten mit
modernen Themen – dass wir durch die Adaption dieser Stoffe auf
diese Art zeigen, wie aktuell Märchen in ihrer Essenz sein können;
man muss nur aufmerksam genug hinschauen.
Was würdest du Menschen raten, die mit
dem Schreiben anfangen wollen?
Traut euch! Und haltet euch immer
vor Augen, dass die erste Fassung eurer Geschichten niemand außer
euch zu Gesicht bekommen muss. Dass ihr auch einfach für euch
schreiben könnt, ohne Druck von außen oder die Furcht, sich mit
anderen messen zu müssen. Taucht ab in eure Geschichten und lasst
eurer Fantasie freien Lauf!
Ich nehme an, dass du selbst auch viel
liest. Was liest du gerne? Kannst du vielleicht sogar Bücher
empfehlen, oder zumindest eins, welches dir besonders viel bedeutet?
Wenn ich alle Bücher, die ich
jemals gelesen habe, in meiner Wohnung hätte, müsste diese ziemlich
gigantisch sein. :-D Durchs Schreiben und auch den beruflichen Alltag
komme ich leider im Moment/inzwischen viel weniger zum Lesen, als es
mir lieb ist. Trotzdem liegt immer ein Buch auf meinem Nachttisch und
ein zweites steckt in meiner Handtasche. Was das ist, kann aber recht
unterschiedlich sein. Kürzlich war es ein dystopischer Klassiker,
gerade sind es einerseits zeitgenössische Märchen und andererseits
etwas, das ich in der zeitgenössischen Belletristik verorten würde.
Besonders gerne mag ich aber schon seit vielen Jahren die
unterschiedlichen Spielarten der Phantastik. Eines meiner
Herzensbücher der zeitgenössischen Phantastik ist z.B. „Die 13 ½
Leben des Käpt'n Blaubär“ von Walter Moers.
Gibt es ein Land, in welches du gern
mal reisen möchtest, oder in dem du unbedingt mal eine Geschichte
spielen lassen möchtest? Welches, wäre das?
Hihi, gerade wäre das Japan.
Kulturell und auch landschaftlich fasziniert mich das Land schon
länger – das dürfte auch einer der Gründe sein für den
Japan-Bezug von „Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen
will gelernt sein“. :-) Denn auch wenn ich unglaublich viel
recherchiert und mich mit Menschen ausgetauscht habe, die entweder
mal für eine längere Zeit vor Ort waren oder ursprünglich von dort
stammen, war ich bisher selbst noch nicht in Japan ...
Das klingt auf jeden Fall alles sehr interessant. Ich bin sehr gespannt auf weitere Bücher von dir.
Natürlich bekommt ihr Christina jetzt auch noch zu sehen.
Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen neugierig auf Christina und ihre Bücher machen.



